
Allen naturgegebenen Widrigkeiten zum Trotz steht der Kommunalwald Nordheim auf solidem Fundament. Man habe den möglichen Einschlag bewusst nicht ausgereizt und Ressourcen geschont, wie FBG-Geschäftsführer Andree Link Bürgermeister Thomas Fischer und dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung eröffnete. Das vorausschauende Handeln zahlte sich aus.
Ohne Wald ist vieles weg. Mit diesen mahnenden Worten erinnerte Link gleich zu Beginn daran, dass der eigentliche Wert des komplexen Ökosystems jenseits des Finanziellen liegt.
Es wurden nur 1660 Festmeter (fm) eingeschlagen, da er "auf der Bremse gestanden habe", so Andree Link. Als zufälliges Ergebnis fielen beim Fichtenholz rund 450 fm an, denn Nordheim sei "nadelholzlastig". Andere Baumarten kamen glimpflicher davon. Hier mussten durch Schädlingsbefall 130 fm gefällt werden. Die Borkenkäfersuche erstreckte sich über das komplette Jahr. Der durchschnittliche Verkaufserlös für Nordheim betrug 54,48 Euro pro fm, was im FBG-Vergleich (durchschnittlich 65,93 Euro) relativ niedrig ist. "Wir hatten viel dünnes und schwaches Holz und wenig Werthölzer dabei", erklärte der Experte auf Nachfrage. Ende Dezember 2024 verblieb ein unverkaufter Lagerbestand von 747 fm.
Flurwege wurden beschädigt
Nach einem Starkregenereignis Ende Juni 2024 waren einige Flurwege stark beschädigt worden. Die Gemeinde Nordheim hatte zur Beseitigung dieser Schäden über mehrere Tage einen Mietbagger im Einsatz. Hierbei wurden auch erste Wasserrückhaltegruben angelegt. Der schnelle Wasserabfluss in Gräben und Bächen soll vermieden werden, um das Wasser auf der Fläche zu halten. Gemeinderat Gilbert Metz kritisierte die rücksichtslose Vorgehensweise eines Privatwaldbesitzers, der für immense Wegeschäden verantwortlich ist. Dies sei ärgerlich, lautete der allgemeine Tenor am Ratstisch.
Bilder der FBG belegten, dass Schussschneisen gemulcht und Wildäcker erweitert wurden, damit seitens der Jägerschaft vernünftig gejagt werden kann.
Zudem ging Link kurz und knapp auf die Kriterien des klimaangepassten Waldmanagements ein. Im Sommer steht vor Ort eine Prüfung an, der man gelassen entgegenblickt. Inwieweit das klimaangepasste Waldmanagement Plus zum Tragen kommt, bleibt abzuwarten. Derzeit seien viele Fragen offen, zudem eigne es sich laut Expertenmeinung nicht für alle Waldbesitzer.
Unterm Strich standen 131.000 Euro Einnahmen 105.000 Euro Ausgaben gegenüber. Auf der Einnahmenseite flossen 10.000 Euro Zuweisungen vom Land und 40.000 Euro Zuwendungen vom Bund für klimaangepasstes Waldmanagement in die Gemeindekasse. Es blieb ein Überschuss von knapp 26.000 Euro.
Als grobe Planung gab Andree Link an, im laufenden Geschäftsjahr 1800 Festmeter einschlagen zu wollen. Auf der Ausgabenseite sind 10.000 Euro für den Wegeunterhalt (Schottern) eingerechnet. Die FBG-Betriebsleitung und Betriebsausführung schlägt mit 24.000 Euro zu Buche. Rein rechnerisch ergäbe sich somit ein Plus von 40.600 Euro.
Gemeinderat und Bürgermeister nahmen den Forstbetriebsplan zur Kenntnis. Sie lobten das offene, vertrauensvolle Miteinander und sprachen der FBG weiterhin ihr Vertrauen aus.
Neubau einer Kinderarztpraxis
Die Gemeinde Nordheim plant den Neubau einer Kinderarztpraxis in der Neustädtleser Straße, angrenzend an die alteingesessene hausärztliche Gemeinschaftspraxis Weber/Dombrowski. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Renzelberg". Für nötige Befreiungen vom Bebauungsplan wurden bereits Gespräche mit dem Landratsamt Rhön-Grabfeld geführt, setzte Thomas Fischer das Gremium in Kenntnis. Es sind sieben Stellplätze nachzuweisen. Die Baugrenze kann nicht eingehalten werden, dafür soll auf dem Grundstück ein Ärztezentrum mit Synergieeffekt der beiden Praxen entstehen.
Ohne Gegenstimme wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die Weichen sind gestellt. Dies dürfte besonders junge Familien freuen.