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WARGOLSHAUSEN
Ehe für alle: Müssen auch Bischöfe heiraten?
Unter der Reihe „Kirche trifft . . . Kabarett„ hatte das Diözesanbüro „Cherubim“ in das Haus des Gastes nach Wargolshausen eingeladen.
Foto: Ansgar Büttner | Unter der Reihe „Kirche trifft . . . Kabarett„ hatte das Diözesanbüro „Cherubim“ in das Haus des Gastes nach Wargolshausen eingeladen.
anb
 |  aktualisiert: 30.11.2017 03:13 Uhr

Unter Cherubim stellt man sich eher Engel oder himmlische Wesen vor. Alles andere als Engelshymnen gaben die sieben Kabarettisten von sich, die unter dem gleichen Namen in Wargolshausen auf Einladung des Diözesanbüros unter dem Motto „Kirche trifft . . .“ auf der Bühne standen. Mit ihrem neuen Programm „Geht?s noch?“ sangen, meckerten und „tranken“ sich diese irdischen Engel durch zahlreiche kirchliche Themen.

90 Feiertage

„Wenn es eine Ehe für all gibt“, so fragten sich die Kabarettisten, die seit 30 Jahren auf der Bühne stehen, „müssen dann Bischöfe auch heiraten?“. Eine Steilvorlage gab Lothar de Maizières Vorschlag, einen muslimischen Feiertag einzuführen. In einer amüsanten Diskussion kamen sie zu dem Ergebnis, dass 90 Feiertag im Jahr zustande kämen, wenn alle Festtage der verschiedenen Religionen gefeiert werden würden. Das Flüchtlingsthema hatte bei den Akteuren genauso seinen Platz wie die Überlastung der Pfarrer und das Lutherjahr.

Welche Widerstände eine konfessionsverschiedene Ehe in der Vergangenheit hatte, zeigten Maria Schmid und Michael Moser auf und Gabi Michelfeit versuchte mit dem Blick in die Glaskugel festzustellen, wie es mit der „Pastoral der Zukunft“ weitergeht. Selbst ernste Themen, wie das Sterben und die Missbrauchsskandale in der Kirche, ließ „Cherubim“ nicht aus.

Großdiözese

Breiten Raum nahm die Vakanz des Bischofsstuhls in Würzburg ein. Während eine Zusammenlegung aller sieben bayerischen Diözesen zu einer Großdiözese von den sieben Nebenberufskabarettisten nicht ausgeschlossen wurde, versuchten sie sich mit den verschiedensten Methoden diesem Thema zu nähern. Aber sowohl die „Reise nach Jerusalem“ als auch ein Quartettspiel mussten die in Engelskostüme geschlüpften Akteure verwerfen. Nachdem sie dem Heiligen Geist keinen Rat für einen neuen Bischof geben konnten, kam der Vorschlag: „Jetzt regiert das Volk“ und ein passender Text auf Wolfgang Petrys Song „So ein Wahnsinn“, schloss den Part ab.

Kirchliche „Internationale“

Überhaupt gaben die Musikbeiträge dem Programm eine ganz besondere Note. Da glänzte Josef Rembeck mit seinem Kriminal-Tango, Ingrid Schreiner stellte mit verschiedenen Solobeiträgen ihr Gesangstalent unter Beweis und die sieben Akteure sangen alle gemeinsam einen kirchlichen Text auf die „Internationale“ oder überzeugten mit einer Rapversion eines Kirchenliedes. Immer begleitet am Akkordeon vom Kopf der Gruppe, Lampet Zumbrägel.

Jedenfalls machten diese sieben Künstler deutlich, dass man durchaus mit kirchlichen Themen anspruchsvolle Unterhaltung präsentieren kann. Der lang anhaltende Beifall des Publikums dankte es den Künstlern.

 
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