
In der "guten Stube des Landkreises" begrüßte Landrat Christoph Schauder die vielen Besucher im Josephsaal des Kloster Bronnbach zum traditionellen Starkbieranstich. Bereits vorher hatten die "Zwiefach Boarischen" mit ihrer Musik für die nötige Stimmung gesorgt und so den Weg geebnet für eine Veranstaltung, wie man sie in einem ehemaligen Kloster "von Weltrang" (Schauder) nicht erwarten würde.

Die Tradition des Bierbrauens wurde im Kloster Bronnbach über 450 Jahre gepflegt und noch heute zeugt der "Cellarius", ein unfiltriertes Kellerbier von dieser Tradition. Gebraut wird er allerdings nicht mehr in den Klostermauern, sondern etwas weiter Tauber aufwärts in Distelhausen bei der dortigen Brauerei. Das ist auch der Grund, warum der "Bronnbock", der mittlerweile zum vierten Mal extra für diesen Anlass gebraut wird, von der Distelhäuser Brauerei kommt. Landrat Schauder, Amtsleiter Frank Mittnacht und einige Auserwählte des Landratsamtes hatten selbst Hand angelegt und zur Würzung des Bieres in der Brauerei beim Einkochen mitgeholfen.
Was das Starkbier ausmacht
Das Ergebnis präsentierte der kaufmännische Geschäftsführer der Brauerei, Christoph Ebers, nun vor versammelter Runde im Kloster. Mit einer Stammwürze von 16,5 Grad Plato, wie der Fachmann es sagt, und einem Alkoholgehalt von mehr als sieben Prozent darf man den Bronnbock als rotbraunes Starkbier bezeichnen. Seine Malzaromen stammen von dem gerösteten Gerstenmalz mit mehr als 200 Gramm pro Liter Wasser, was deutlich höher ist, als bei anderen Bieren. So entstehe der unverwechselbare, süffige Geschmack und die rötliche Farbe, führte Ebers aus. Doch das Wichtigste sagte er zum Schluss. "Flüssiges bricht das Fasten nicht" und hatte damit den Grund geliefert, warum in früheren Zeiten in Klöstern in der Fastenzeit ein besonderes Bier getrunken wurde.
Doch nach so viel Theorie ging es, für ihn und Landrat Schauder ans Anzapfen. Nach den Erfahrungen auf der CMT-Messe in Stuttgart im vergangenen Jahr, als dem Landrat der Bieranstich nicht gelingen wollte, war man dieses Mal vorsichtiger. "Zur Not habe ich einen Ersatzgummi dabei", hatte Christoph Ebers in Anspielung auf das Malheur in Stuttgart noch gesagt. Doch der wurde nicht gebraucht, mit drei Schlägen stach Christoph Schauder das Fass Starkbier professionell an, dann floss der Gerstensaft auch schon aus dem Hahn und konnte damit in kleineren Krügen an die durstigen Genießer im Saal verteilt werden. Kleine Krüge deshalb, weil das Starkbier in Maßkrügen viel von seinem Aroma verliert, wenn es länger steht.
Nach einem Tischgebet von Pater Erwin und Pater Jaroslaw, den beiden Patern von der Mission der heiligen Familie, die im Kloster leben, konnte man sich am Schweinebratenbuffett gütlich tun. Das herzhafte Essen aus der Küche der Familie Gravius passte perfekt zum Bier und dann kam der Höhepunkt des Abends, der Auftritt vom "Vogelmayer".

War man in den letzten Jahren immer auf fränkischer Seite bei den Kabarettisten fündig geworden, kam dieses Mal ein "Exot" auf die Bühne. Denn Thomas Vogel, wie der Vogelmayer bürgerlich heißt, kommt aus der Nähe von Straubing. Der offizielle Botschafter der "Goasmaß" (eine Mischung von Starkbier, Cola und Kirschlikör) bemühte sich extra "hochdeutsches Niederbayrisch" zu sprechen. Mit seinem Programm "Lebensfreude" vermittelte er viele niederbayerische Traditionen in Kloster Bronnbach. Deftige Schoten wechselten sich mit Erzählungen "vom Dorf" ab und sorgten für viele Lacher. Besonders witzig wurde es, als er genau den Witz erzählen wollte, den Pater Jaroslaw schon ein seine Ansprache eingebaut hatte. Aber Profi, wie der Vogelmayer nun mal ist, umschiffte er auch diese Klippe. "Jeder Tag im Leben ist ein Geschenk, aber manchmal ist er halt ein bisschen blöd verpackt", gab er als Weisheit dem Saal mit auf den Heimweg.