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Tauberbischofsheim
Stifterwesen und Ehrenamt sind für die Gesellschaft von zentraler Bedeutung
Beim Abschlusspanel gaben (von links) Wilfried Ponto, Angelika Hipp, Thomas Wigant, Moderator Ulf-D. Schwarz, Friedlinde Gurr-Hirsch und Daniela Hehn wichtige Einblicke in die Stiftungsarbeit.
Foto: Ralph Wachter | Beim Abschlusspanel gaben (von links) Wilfried Ponto, Angelika Hipp, Thomas Wigant, Moderator Ulf-D. Schwarz, Friedlinde Gurr-Hirsch und Daniela Hehn wichtige Einblicke in die Stiftungsarbeit.
Bearbeitet von Gabriele Kriese
 |  aktualisiert: 04.04.2025 02:40 Uhr

Die Region Heilbronn-Franken ist wie kaum eine andere Region im Land gesegnet mit Stiftern und Mäzenen. Stiftungen bringen die Region voran und geben wertvolle Impulse. Ihre Projekte in den Bereichen Wissenschaft & Bildung, Kunst & Kultur, Sport, Gesundheit und Soziales bereichern das Gemeinwesen. 

Folgende Informationen sind einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken entnommen: "Das vorbildliche Engagement kleiner und großer Stiftungen macht unsere Region zur 'Stifterregion'. Besonders gilt das auch für unsere sozialen und caritativen Stiftungen", heißt es da.

Um möglichst viele Stiftungen mit ihren Engagierten, ihrer Arbeit und ihren Projekten noch besser kennenzulernen und diese noch besser untereinander zu vernetzen veranstalteten die Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken, das Caritas-Zentrum Heilbronn und Lebenswerk Zukunft - CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ende März einen Vortrags- und Austauschabend zum Thema „Was unsere Gesellschaft zusammenhält – Soziale und Caritative Stiftungen der Region im Austausch“ im Katholischen Gemeindehaus in Bad Mergentheim. Der Abend zeigte, wie vielfältig und herausragend die Arbeit der caritativen Stiftungen ist.

Wir-Gefühl erzeugen

Friedlinde Gurr-Hirsch, Vorsitzende der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken, machte in ihrer Begrüßung deutlich, wie wichtig es sei, ein Wir Gefühl zu entwickeln. Dies sowohl im gesellschaftlichen Leben als auch in der Stiftungsarbeit. Es ist Ziel von pro Region pro Region, mit ihrem Wirken in der Region Heilbronn-Franken ein solches Wir-Gefühl zu erzeugen.

Auch in den Grußworten von Oberbürgermeister Udo Glatthaar, und Dr. Michael Preusch MdL, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, wurde deutlich, dass das Stifterwesen aber auch grundsätzlich die ehrenamtliche Arbeit für die Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.

Mit einem Impulsvortrag unter dem Titel „Soziale und caritative Stiftungen – ein bewährtes Modell mit Blick in die Zukunft“ führte Angelika Hipp, Lebenswerk Zukunft, CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in das Thema ein und zeigte auf, wie wichtig soziales Engagement und Stiftertum ist.

Große Bandbreite

Praktiker waren danach an der Reihe und zeigten die ganze Bandbreite der sozialen und caritativen Stiftungswelt: Zunächst berichtete Angelika Hipp zum Thema „CaritasStiftung und ihr Stiftungsmodell“. 100 Treuhandstiftungen, 34 Stiftungsfonds und über 1200 ehrenamtlich Engagierte ergeben die größte Caritas Stifterfamilie Deutschlands. Die CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist kompetenter Begleiter bei der Stiftungsgründung und der Stiftungsarbeit.

Thomas Wigant, Geschäftsführer für die Senioreneinrichtungen der HSB & der SDTF und der Sanitas Tauberfranken und Vorsitzender des Kuratoriums, und Manuela Zahn, stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende und erste Bürgermeisterstellvertreterin in Bad Mergentheim, berichteten anschließend zur Stiftung „Helfen und Heilen“.

Der Name ist dabei Programm, und die Themen sind vielfältig, wie etwa die Hilfe und Begleitung von kranken Kindern und ihrer Familien, die Begleitung von Schwerstkranken, seelsorgerische Krankenbegleitung und vieles mehr. So konnte man etwa spezielle Ruhesessel für die Patientinnen und Patienten der Palliativstation anschaffen, eine Anschubfinanzierung im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Hochschule Koblenz und der Mount Kenia Universität Nairobi zur pflegerischen Ausbildung junger Kenianerinnen und Kenianer generieren oder den Ehrenamtsdienst „Demenzlotsen“ in Kooperation mit der Caritasregion Heilbronn Hohenlohe aufbauen.

Beratung und Freizeitangebote

Daniela Hehn berichtete zur Kinderstiftung Camian die 2019 von der Caritas Heilbronn-Hohenlohe gemeinsam mit Partnern aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gegründet wurde als erste regionale Kinderstiftung in Heilbronn-Franken. Die Caritas Heilbronn-Hohenlohe hat viel Erfahrung in der Arbeit für Kinder und Jugendliche mit ihren Familien.

Die Arbeit umfasst Schwangerenberatung und psychologische Familien- und Lebensberatung. Jugendlichen werden Freizeitangebote gemacht und Kinder und Jugendliche, die zu Hause nicht mehr leben können, in eigenen Einrichtungen aufgenommen. Die Stiftung will an die Wurzel der Probleme und gemeinsam mit anderen Partnern der Kinderarmut in der Region entgegenwirken.

Wilfried Ponto zeigte dann Stiftungsarbeit aus einem Unternehmen heraus am Beispiel der Julius-Würth-Förderstiftung. Die Unternehmerin und Stiftungsgründerin Irene Würth sah im Unternehmen auch eine soziale Verantwortung. Die Julius-Würth-Stiftung als Gesellschafter ermöglicht dabei die Weiterentwicklung des Unternehmens und schafft soziale Verantwortung für die Arbeitnehmer, sichert den Fortbestand des Unternehmens und bietet den Mitarbeitern Zukunftsperspektive und Berechenbarkeit.

Für eine selbstbewusste Zivilgesellschaft

Ein abschließendes Panel unter Moderation von Ulf-D. Schwarz bot wichtige Einblicke in die Stiftungsarbeit. Es diskutieren Wilfried Ponto, Thomas Wigant, Daniela Hehn, Angelika Hipp und Friedlinde Gurr-Hirsch. Festzuhalten bleibt, dass Stiftertum und Ehrenamt zentrale Säulen der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sind und gerade die caritativen Stiftungen einen unverzichtbaren Dienst für die Kranken und Schwächeren leisten.

Johannes Schmalzl, Beiratsvorsitzender von pro Region und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth, die sich ebenfalls stark im Bereich Soziales und Integration engagiert, zeigte sich beeindruckt. „Stiftungen sind die älteste Form des zivilgesellschaftlichen Engagements, gerade im sozialen Bereich geht ihre Geschichte oft bis ins Mittelalter zurück. Stiftungen sind deshalb auch besonders nachhaltige Institutionen. Außerdem stehen Stiftungen für eine selbstbewusste Zivilgesellschaft. Und davon braucht es heute mehr denn je.“

 
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