LM
Schwörfeier: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann sein“
Die Ulmer nehmen ihren Stadtschwur ernst: Immer am vorletzten Montag im Juli wird in der Donaustadt die Stadtverfassung gefeiert. Um Punkt 11 Uhr tritt Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) am Schwörmontag auf den Balkon des Schwörhauses, um letztmals Rechenschaft vor seinen Bürgern abzulegen. Am Ende der rund einstündigen Rede zu aktuellen Themen hebt er seine drei Schwurfinger - Daumen, Zeige- und Mittelfinger - beim Klang der Schwörglocke und gelobt, „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein“. Das traditionelle Versprechen reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Nach vielen blutigen Machtkämpfen zwischen den Zünften und den Patriziern verpflichtete der „Große Schwörbrief“ 1397 die Ulmer, eigene Interessen zurückzustellen und im Sinne der Stadt zusammenzuarbeiten.
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