
Künstler Gunter Schmidt aus Tauberbischofsheim ist mit der Organisation der Kunstausstellungen und -workshops im Kloster Bronnbach betraut. Die erste Ausstellung in diesem Jahr – eine Gemeinschaftsausstellung der Werkstätte des St.-Josefs-Stift in Eisingen – beginnt am Sonntag, 6. April. Im Interview spricht Gunter Schmidt über die Hintergründe der Ausstellungen und das große Interesse an seinen Workshops.
Gunter Schmidt: Die Kunst des St.-Josefs-Stift, die ab 6. April gezeigt wird, geht – wie viele andere – auf eine Bewerbung zurück. In diesem Fall war es die Leiterin der Kunst-Werkstatt, die auf mich zukam. Man kannte sich von anderen Veranstaltungen und Kunstevents. Oder ich spreche auch mal Leute in der Kunstszene an, bei denen man denkt, das könnte passen, und zwar meistens als Gemeinschaftsausstellung von drei Beteiligten.
Schmidt: Zum einen werden Gemälde und Zeichnungen aus dem therapeutischen Betrieb der Institution für behinderte Menschen präsentiert. Sie haben eine wirklich schöne Werkstatt dort, haben viel Platz – und machen als Teil der therapeutischen Arbeit unter anderem Masken für ihr hauseigenes Maskentheater. Diese Artefakte werden gezeigt als Teil des seit 35 Jahren existierenden Werkstattbereichs. Weil die Ausstellung auch einen historischen Aspekt hat, präsentiert die Leiterin Yuman Lee auch Gegenstände aus der 53-jährigen Geschichte der gesamten Einrichtung. Zum Beispiel eine sogenannte "Bettstatt", so wie man sie damals hatte. Insofern mischt sich hier das Künstlerische mit dem Lebensnahen.
Schmidt: Auf Anregung des Landkreises als Betreiber der Kulturstätte Kloster Bronnbach organisiere ich ehrenamtlich seit vielen Jahren Kunstworkshops. Es sind Workshops von verschiedenen Dozenten in den Disziplinen Drucken, Zeichnen, Malen, Drucken, Bildhauerei und Kalligrafie. Äußerst gefragt und beliebt ist der Radierdruck. Die meisten Teilnehmenden kommen aus der Region, zum Beispiel dem Main-Tauber-Kreis, Würzburg und Aschaffenburg, zum Teil aber auch aus Nord- und Süddeutschland und der Schweiz. Die Atmosphäre ist sehr gut. Wir haben im Kloster die Freiheit zum Handeln und zum Werkeln. Die Beteiligten genießen den arbeitsamen "Freizeitgenuss" und es entsteht ein kreativer Flow.
Schmidt: Ja, es sind in diesem Jahr ein paar weniger als sonst, aber immer noch ein Spektrum unterschiedlicher Techniken. Die Saison beginnt im April und geht bis Ende August.
Schmidt: Sie sind Ergänzung und eine gewisse Aufwertung des Kunst-Anteils und fügen dem klerikal-historischen Ambiente einen modernen Akzent hinzu. Die Ausstellungen sind recht beliebt, man kann sie daher als Bereicherung sehen. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter bin ich schlüsselmächtig und helfe den Kunstschaffenden unter anderem beim Aufbau. Meine Befassung mit Kunst ist in diesem Kontext sinnhaft und macht mir Spaß. Die drei jährlichen Gemeinschaftsausstellungen arrangiere ich seit fünf Jahren.