
Die Stimme ist das wichtigste Instrument des Menschen und sollte deshalb mindestens genauso gut gepflegt werden wie ein handwerklich hergestelltes Instrument. Der Sängerbund Badisch-Franken hatte deshalb zu einem besonderen Stimmbildungsseminar in die Aula des Laudaer Gymnasiums eingeladen und über 50 Sängerinnen und Sänger aus den Mitgliedschören ließen sich von der Dozentin Sabine Schilling aus Bad Friedrichshall über sechs Stunden lang darüber aufklären, wie wichtig "ihr" Instrument für den Gesang allgemein und für den Chorgesang im Besonderen ist.
Um die eigene Stimme richtig benutzen zu können, ist natürlich auch eine entsprechende Singtechnik wichtig. Das Seminar behandelte alle Musikarten von der Klassik bis zu Rock/Pop und war ein Training für alle Stimmregister und Stimmarten. Da trockene Stimmbänder beim Singen eigentlich nur behindern, auch kalte Füße sind so richtig kontraproduktiv, muss man hier richtig vorsorgen. Eine korrekte Sitzhaltung ist dabei sehr wichtig, die Stuhlkante ist besser, wie ein "bequemes" Sitzen auf der gesamten Stuhlfläche. Dazu gehören auch die entsprechenden Lockerungs- und Dehnübungen zur Förderung des körperlichen Wohlbefindens.
Ein wichtiger Resonanzkörper
Alles in allem präsentierte Schilling ein straffes Programm, das selbstverständlich auch den gesamten Oberkörper als wichtigen Resonanzkörper miteinbezog. Etwas übertriebene Gestik und Atemtechniken veranschaulichten die Übungen und erleichterten das Einprägen. Alle in dieser Stimmbildung eingebauten Lieder und Tonübungen waren natürlich für sämtliche Tonlagen vom Bass bis zum Sopran geeignet und ermöglichten es auch, dass man dabei "in sich hineinhorchen" konnte und damit vielleicht auch das Umschalten von der Brust- in die Kopfstimme, von Frauen leichter als von Männern praktiziert, besser klappt. Notfalls hilft dabei auch aber ganz einfach üben, üben, üben. Artikulierungsbeispiele mit und ohne Hilfsmittel beendeten den ersten Teil des Seminars.
Mit "Hey"- und "Hä"- Rufen startete der zweite Teil des Seminars. Hier zeigten stimmübergreifende Gruppenarbeiten verschiedene Emotionen, die wiederum von den andern Gruppen erraten werden sollten. Danach mussten auch die verschiedensten Zurufe beantwortet und weitergeleitet werden. In einer weiteren Gruppenarbeit ergänzten sich die einzelnen Beiträge zu einer komplett rhythmischen Melodie, auch als sich die Gruppen dabei vermischten.
Das Gelernte umsetzen
Das bis hierher Gehörte und Gelernte wurde selbstverständlich auch praktisch und mehrstimmig umgesetzt, z.B. mit den Liedern "Yemaia" (westafrikanischer Ursprung) und dem schwedischen Volkslied "Wer kann segeln ohne Wind". Mit weiteren unterschiedlichen Akkorden klang der gesangliche Teil des Seminars aus. Sabine Schilling stand danach noch für die unterschiedlichsten Fragen zur Verfügung, einschließlich Tipps zur Pflege von Stimme und Stimmbändern vor und während einer Chorprobe oder eines Konzerts.
Zum abschließenden Applaus überreichte dann Wolfgang Runge, Präsident des Sängerbundes Badisch-Franken, der Dozentin noch einen Blumenstrauß.