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Gerlachsheim
Die Liebe und ihre Gefährdungen
Die 'Young Voices' traten in Gerlachsheim auf. Die vielen Facetten der Liebe waren das Hauptthema der Veranstaltung.
Foto: Ulrich Feuerstein | Die "Young Voices" traten in Gerlachsheim auf. Die vielen Facetten der Liebe waren das Hauptthema der Veranstaltung.
Bearbeitet von Ulrich Feuerstein
 |  aktualisiert: 01.04.2025 02:36 Uhr

Die Liebe ist eine Himmelsmacht. Sie schenkt größtes Glück und mutet harte Schmerzen zu. Sie führt Menschen zusammen und treibt sie auseinander. Um die Liebe und ihre Gefährdungen ging es beim Konzert in der Gerlachsheimer Pfarrkirche Hl. Kreuz. Texte, Bilder und Lieder stammten vom Team der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (ELF) der Caritas im Tauberkreis sowie dem Chor „Young Voices“ unter der Leitung von Hans-Joachim Richl. „Die Liebe ist kein Zauberstab, der jeden Wunsch erfüllt“, zitierte Iris Kaspar aus einem zeitgenössischen Gedicht. Die ELF-Leiterin wies in ihrer Begrüßung auf die vielen verschiedenen Facetten der Liebe hin. Immer gehe es dabei darum, um eine erfüllte Beziehung zu ringen. Ihre Überzeugung: „Wer Frieden mit sich selber schließen kann, kann das auch in seiner Beziehung mit dem Partner.“

Wie unterschiedlich Liebe sein kann, machten auch die für den Konzertabend ausgewählten Lieder, Texte und Bilder deutlich. Im Zusammenspiel mit der mit Kerzen ausgeleuchteten Heiligkreuzkirche ergab sich ein stimmungsvolles Gesamtkunstwerk, bei dem nicht nur Verliebte und Paare auf ihre Kosten kamen. Da gab es Lieder, die von unglücklichen Beziehungen handelten wie „Über sieben Brücken musst du gehen“, die Zweifel an der Liebe thematisierten wie Enyas melancholische Ballade „Only Time“ oder sehnsuchtsvoll die vergangene Liebe beschworen wie „Only You“, das die Flying Picketts in einer A-capella-Version zu einem Welthit machten.

Eigenkreationen voller Sprachgefühl und Wortwitz

Die religiöse Dimension der Liebe kam auch zur Sprache. Markus Pytliks versifizierter Bibeltext „Wenn ich alle Sprachen dieser Welt“ hatte das Hohelied der Liebe zur Grundlage, das im 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth zu finden ist. Und die in der Version von Bette Midler berühmte gewordene Pop-Ballade „From a Distance“ gab der Hoffnung Ausdruck, dass Gottes Liebe auch aus der Ferne wirkt. Einen reizvollen Kontrast zu den ausdrucksstarken Chorparteien bildeten solistischen Einlagen von Hans-Joachim Richl. Der Autor, Komponist und Songwriter überraschte mit Eigenkreationen voller Sprachgefühl und Wortwitz.

In Liedern wie „Ich trage dich“ oder „Es ist schön, in deine Augen zu sehen“ feierte er die Liebe in den Momenten der Zweisamkeit. Zentrales Element des Konzerts war die Möglichkeit, einen Segen zu empfangen. Die Veranstalter hatten bewusst Paare eingeladen, die ein Ehejubiläum feiern konnten. Die Pfarrer Stefan Märkl und Ralph Walterspacher sowie Klaus Göggelmann standen bereit, um den Segen zu erteilen. Zahlreiche Paare und nicht nur diese machten davon Gebrauch. „Der Segen will deutlich machen, dass der Mensch aufgehoben ist in Gottes großer Liebe“, erklärte Pfarrer Walterspacher.

In der Berührung sei Gottes Nähe zu spüren. In solchen Momenten wird die Sprache bedeutungslos. Karl Jenkins‘ „Adiemus“ setzte diese Vorstellung in beeindruckender Weise musikalisch um. Die „Young Voices“ wurden ihrem Namen mehr als gerecht und ließen bei den Klangkaskaden die Stimme als Instrument in den Vordergrund treten. Das vom Publikum und Chor gemeinsam gesungene „Irische Segenslied“ setzte den Schlusspunkt unter einen in jeder Hinsicht stimmigen Konzertabend.

 
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