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Unterwittighausen
Abend der Hoffnung in Unterwittighausen
Anspiel mit (von links): Bernd Roos, Anna Schmitt, Jutta Christ und Christine Ebert.
Foto: Ulrich Feuerstein | Anspiel mit (von links): Bernd Roos, Anna Schmitt, Jutta Christ und Christine Ebert.
Ulrich Feuerstein
 |  aktualisiert: 02.04.2025 11:45 Uhr

Hoffnung wider alle Hoffnung: Die braucht es gerade in schwierigen Zeiten. Papst Franziskus hat deshalb 2025 zu einem Heiligen Jahr mit dem Motto "Pilger der Hoffnung" ausgerufen. Auch die Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen macht mit. In Unterwittighausen nahmen zahlreiche Gläubige am "Abend der Hoffnung" teil.

Eucharistiefeier, Anbetung, Musik, Glaubenszeugnisse, Gespräch- und Beichtgelegenheit: Die Auswahl war groß beim "Abend der Hoffnung". Eröffnet wurde er mit einem Gottesdienst in mit der vielen Kerzen illuminierten Pfarrkirche Allerheiligen. Zelebranten waren Pater Joachim Seraphin, Pfarrer Oliver Störr und Pater Robin. Als designierter Leiter der neuen Großpfarrei Lauda, in der auch die Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen aufgehen wird, nutzte Seraphin die Möglichkeit, sich vorzustellen und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Eucharistiefeier mit (von links): Pater Robin, Pater Joachim Seraphin und Pfarrer Oliver Störr.
Foto: Ulrich Feuerstein | Eucharistiefeier mit (von links): Pater Robin, Pater Joachim Seraphin und Pfarrer Oliver Störr.

Die Kirche wollte Seraphin als einen "Ort der Hoffnung" verstanden wissen. "Sie öffnet Türen und zeigt den Weg in eine bessere Zukunft", betonte er in seiner Predigt. Jesus könne dabei neue Perspektiven schenken. Begegnungen mit ihm, so Seraphins Überzeugung, bleiben nicht folgenlos. "Wer glaubt, gewinnt neue Lebensqualität."

Der Glaube als Energiequelle

Die vier Glaubenszeugnisse, die die Besucher beim "Abend der Hoffnung" zu hören bekamen, bestätigten diese Sichtweise eindrucksvoll. Karin Linhart ist Professorin an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg. Sie berichtete von schweren Schicksalsschlägen und davon, was sie durch diese schwierigen Zeiten getragen habe. Mit 39 Jahren erhielt sie die Diagnose Krebs. Langwierige Therapien schlossen sich an. Einige Jahre später kehrte der Krebs zurück. Neue Therapien waren notwendig. Dass diese erfolgreich waren und sie ihren Beruf wieder ausüben kann, war für Linhart ein Zeichen für die Liebe und Gnade Gottes.

"Mir fällt es schwer, über den Glauben zu sprechen, weil ich es nicht gewohnt bin", sagte Jürgen Hönninger. Viele Jahre habe er eine innere Stimme vernommen, die ihn aufgerufen habe, sich mit seinen Talenten in die Pfarrgemeinde einzubringen. Mit der Ausbildung zum Kommunionhelfer sei er diesem Ruf gefolgt. "Die Entscheidung habe ich nicht bereut", erklärte Hönninger. Der Glaube trage ihn durch das Leben und der Gottesdienstbesuch sei die Energiequelle, die für den Alltag stärke.

Kerzen gestalten mit Schwester Annemarai und Pfarrsekretärin Simone Fuchs-Volkert.
Foto: Ulrich Feuerstein | Kerzen gestalten mit Schwester Annemarai und Pfarrsekretärin Simone Fuchs-Volkert.

Lea Vollrath studiert katholische Theologie, um später als Pastoralreferentin zu arbeiten. "Hoffnung besteht für mich aus vielen Puzzleteilen", erklärte die 23-Jährige. So habe sie in ausweglos erscheinenden Situationen Hilfe von anderen Menschen erfahren. Musik als Ort der Begegnung mit Gott war für sie ein weiteres Puzzleteil. Ihre Erkenntnis: "Gott setzt die Teile so zusammen, dass alles sich fügt."

Zuerst Freundschaft zu Gott gekündigt, nun auf dem Weg des Glaubens zurück

Thomas Freitag berichtete von leidvollen Erfahrungen in der Familie, die ihn an der Liebe und Gerechtigkeit Gottes haben zweifeln lassen. "Ich habe ihm die Freundschaft gekündigt", erklärte er. Viele Jahre habe er von Gott nichts mehr wissen wollen. Eine Begegnung mit einem fremden Mann hat dann sein Leben verändert. Was der über sich und seine Erfahrungen mit Gott erzählt habe, habe ihn zum Umdenken bewogen. "Ich bin auf den Weg des Glaubens zurückgekehrt", so Freitag.

Die Hoffnung in schwierigen Zeiten thematisiert auch das Logo des Heiligen Jahres. Christine Ebert, Jutta Christ, Anna Schmitt und Bernd Roos stellten es in einem Anspiel vor. Das Logo zeigt vier stilisierte Personen, die auf die Menschheit hinweisen, die aus vier Regionen der Erde stammt. Sie umarmen sich gegenseitig, um die Solidarität zu betonen, die die Völker verbindet. Eine Person klammert sich an das Kreuz. Es soll nicht nur das Zeichen für den Glauben sein, das die Person umarmt, sondern es steht auch für die Hoffnung, die niemals aufgegeben werden darf. "Wir aber hoffen, den Weg zum anderen zu finden und miteinander ins Gespräch zu kommen", lautete das Resümee der vier.

Kerzen gestalten mit Schwester Annemarai und Pfarrsekretärin Simone Fuchs-Volkert.
Foto: Ulrich Feuerstein | Kerzen gestalten mit Schwester Annemarai und Pfarrsekretärin Simone Fuchs-Volkert.

Ins Gespräch kamen die Teilnehmer mit Pfarrer Oliver Störr und Pater Robin. Die beiden Geistlichen standen für die Beichte zur Verfügung. Kommunikativ ging es auch im Workshop mit Schwester Annemarai und Pfarrsekretärin Simone Fuchs-Volkert zu. Im Pfarrheim gestalteten die beiden mit den Teilnehmern kreative Kerzen. Der "Abend der Hoffnung" mündete in die Komplet, dem traditionellen kirchlichen Abendgebet.

 
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