
Zum Waldbegang kam der Gemeinderat Wiesthal kürzlich zusammen. Der Gemeindewald befindet sich im ersten Jahr der Forsteinrichtung. Das ist eine Zehn-Jahres-Planung, die die Ziele und Vorgaben für diesen Zeitraum absteckt und vom Gemeinderat im Herbst beschlossen wurde. Revierförster Simon Pillmeier stellte mit den Forstsachverständigen und Forsteinrichtern Heinrich Hümpfner und Leo Egg den aktuellen Stand vor.
Neben klimarelevanten Aspekten müsse auch die betriebswirtschaftliche Seite berücksichtigt werden, warnten Hümpfner und Egg. Die Fichte war jahrzehntelang der "Brotbaum", der Wiesthal im Vergleich zu anderen Gemeinden, bis heute gute Erträge beschere. Deshalb soll diese Baumart nicht vollständig verschwinden, sondern moderat reduziert werden. Der Gemeindewald ist aktuell mit rund 50 Prozent dominiert von der Fichte. Der Anteil sei gegenüber der vorigen Forstbetriebsplanung bereits um etwa 17 Prozent gesunken, stellten die Forstleute fest. In diesen Schritten soll der Waldumbau weitergehen. Weg von der Monokultur, hin zum Mischwald mit Artenvielfalt.
Folge des Sturms 1972
Dass es so viele Fichtenflächen gibt, sei dem Orkan von 1972 geschuldet, der einen großen Kahlschlag verursacht habe, der aufgeforstet werden musste. Die Fichte sei damals die logische Wahl gewesen, erklärte Hümpfner. Die Auswirkungen des Orkans zeigten sich bis heute im Baumbestand. Über zwei Drittel des Bodens im Gemeindewald seien für die Fichte geeignet, hielten sie ein Plädoyer für die Baumart, die angesichts des Klimawandels und damit verbundenen Käferbefalls stark in die Kritik gekommen ist. "Wo sie hinpasst, kann man weiterhin, in begrenztem Umfang, damit planen", sagte Hümpfner. Revierförster Pillmeier ging mit dieser Einschätzung konform.
Am Ende der zehnjährigen Forsteinrichtungsplanung soll der Baumbestand im Gemeindewald zu 55 Prozent aus Buche (zum Vergleich: aktuell sind es zwölf Prozent), 17 Prozent Fichte (aktuell 50 Prozent), zwölf Prozent Tanne und Eibe (aktuell sechs Prozent), zehn Prozent Douglasie (aktuell ebenfalls), drei Prozent Lärche (aktuell fünf Prozent), zwei Prozent Eibe (aktuell sechs Prozent), ein Prozent Eiche (aktuell sechs Prozent) und einem Prozent sonstige Laubholzarten, wie Aspe, Birke, Pappel und Weide (aktuell zehn Prozent) bestehen.
Festgestellt wurde, dass die Eiche im Verhältnis unterrepräsentiert sei. Als geeignete Aufforstungsfläche für Eiche wurde das Waldgebiet westliche Ameisenhardt besichtigt. Dort wurde auf 0,5 Hektar bereits mit Eiche aufgeforstet. Zum Schutz vor Wildverbiss wachsen die jungen Eichen hinter Zaun. Auch für die Verjüngung mit Tanne, wie im östlichen Ameisenhardt, sei ein Zaun unerlässlich, betonten die Forstleute.