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Lohr
Wie die Scheidung eines Lohrers das Reich in Wallung brachte
1772 setzte Hofrätin Kunkel ihren Mann in Frankfurt vor die Tür. Unerhört. Kurfürsten, der Reichstag, der Kaiser, die Könige Frankreichs und Englands schalteten sich ein.
Lithographie von Lohr um 1830
Foto: Repro Björn Kohlhepp | Lithographie von Lohr um 1830
Björn Kohlhepp
 |  aktualisiert: 27.04.2023 09:16 Uhr

Was für eine Aufregung um die Scheidung des aus Lohr stammenden Georg Kunkel: Reichsweit entwickelte sie sich zu einem der aufsehenerregendsten juristischen Streitfälle des 18. Jahrhunderts. Seine Frau Maria hatte den Hofrat 1772 vor die Tür gesetzt. Ein unerhörter Vorgang. Georg Kunkel wollte, dass sie seine Frau bleibt, und versuchte dies Hilfe mächtiger Unterstützer und ruppiger Methoden durchzusetzen. Mehrere Kurfürsten, der Reichstag, der deutsche Kaiser und sogar der französische und der englische König mischten in der Sache mit. In einem Brief von 1774 hat auch der junge Goethe den Fall erwähnt ("Die Kunckel hat dem Magistrat viel Schererey gemacht").

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