Ein Frühlingsspaziergang bietet gerade in Zeiten von Corona-Beschränkungen dringend nötige Abwechslung und Erholung, heißt es in einer Pressemitteilung vom Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Main-Spessart. Ostern stehe vor der Tür und es sei verlockend, sich einen Strauß Palmkätzchen oder Wildblumen zu pflücken. Erlaubt sei eh nur das Abschneiden weniger Zweige. Doch der BN bittet generell um Rücksicht auf die Natur: „Wildbienen und Schmetterlinge brauchen gerade jetzt jede Nahrungsquelle. Die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen sind mit ihrem Pollen und Nektar für sie in dieser noch blütenarmen Zeit ganz wichtig“, appelliert Erwin Scheiner, Kreisvorsitzender des BN-Kreisgruppe. „Genießen Sie die Schönheit der aufblühenden Natur und das Brummen und Summen an den Kätzchen am besten in der Natur.“
Nektarlose Forsythien-Blüten
Problemlos genutzt werden können Zweige der Forsythien, denn sie produzieren weder Nektar noch Pollen und sind für Insekten damit wertlos.
Die dekorativen Weidenkätzchen sind die Blüten der Weiden und erscheinen noch vor den Blättern am Zweig. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Weiden-Kätzchen haben am Grund jeder Einzelblüte Nektardrüsen. Wenn Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge oder andere Insektenarten sie als Nahrung nutzen, werden die Blüten der Weiden durch sie bestäubt.
Pionierart mit süßen Blüten
Gerne für Ostersträuße wird die Salweide mit ihren flauschigen Kätzchen genutzt. Aber gerade sie ist wegen ihrer frühen und sehr reichen Blüte auch bei Insekten sehr beliebt. Auch für Honigbienen ist sie die erste Massennahrung und Vogelarten wie der Zilpzalp oder Meisenarten saugen den nahrhaften Nektar gerne. Später im Jahr sind auch die Blätter beliebt, allein die Salweide dient für die Raupen von 37 Schmetterlingsarten als Nahrungspflanze. In der Natur kommt die Salweide als Pionierart an Waldrändern oder lichten Waldstellen vor.
Insgesamt gibt es etwa 500 Arten von Weiden, wovon 30 in Mitteleuropa heimisch sind.
Geschwächte Schmetterlinge
Nach den kalten Tagen der vergangenen Wochen sind nun wieder etliche Insekten unterwegs. Erste Wildbienen, Honigbienen, aber auch Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder Kleiner Fuchs, die als Schmetterling überwintert haben. „Sie sind nach dem Winter geschwächt und dringend auf jede Nahrungsquelle angewiesen“, erklärt Scheiner. „Fast 60 Wildbienenarten besuchen in Süddeutschland blühende Weidenkätzen, um dort Pollen zu sammeln. Davon sind zehn Arten ausschließlich auf Weiden angewiesen. Im Jahresverlauf werden die Weidenarten von über 1000 Insektenarten genutzt.“
Auch Gartenbesitzer können viel für Insekten tun: Pflanzen Sie verschiedene heimische Sträucher und Kräuter, die möglichst weit über das Jahr verteilt blühen und Nektar und Pollen bieten. Im Frühjahr bieten neben Weiden zum Beispiel Schlüsselblumen, Lungenkraut, Lerchensporn oder Sträucher wie die Kornelkirsche und die Schlehe für Insekten wichtige Nahrung.