
In der voll besetzten Alten Turnhalle präsentierten am Samstag acht der 48 Mitglieder des Bosch Rexroth Fotoclubs ihre fast dreistündige Multivisionsshow. Diese reichten von lokalen Motiven bis hin zu Reisefotos in ferne Länder. In sämtlichen Aufnahmen zeigte sich einmal mehr, dass hier Profis mit hellwachem Auge am Drücker sind.
Frühlingsblüher und Oldtimer
Mit 14 Jahren ist Johannes Sauer der jüngste Aktive im Club. Sein Opa Alfons Herr, ebenfalls Clubmitglied, hatte ihm vor drei Jahren eine Kamera geschenkt. "Damit hat Johannes im zarten Alter von elf Jahren schon Blut geleckt", scherzte Albert Köckemann. In seinen Bildern und Filmfrequenzen nahm der Jugendliche die Zuschauer mit auf eine Wanderung durch den heimischen Hohlweg zum Naturdenkmal "Klapper", dem Steinernen Haus und der Kolbertsquelle. Bernd Schnurr führte seine Reise 2024 ins Ostseebad Zingst. Er fing ein, was "halb Insel – halb Paradies" meint.
Der Frühling war Thema des dienstältesten Clubmitglieds Herbert Reder. In Nahaufnahmen zeigte er eine Pracht an Frühjahrsblühern, sprießenden Bäumen und sattgrünen Wiesen. In seinem zweiten Beitrag führte er auf den Mont Sainte Odile im Elsass, einem beliebten Ziel von Wallfahrern. Zu peppigen Songs von Elvis und Peter Kraus ging es zum Oldtimer-Treffen "Fladungen Classics" und damit zurück in das Leben der 1950er und 60er mit heißen Schlitten, fliegenden Petticoats, Seifenkistenrennen und Baustellen jener Tage.
Mit Motorrad und Makro
Heiko Schwindt führte eine 3000 Kilometer lange Motorradreise nach Marokko. Bunte Häuserfassaden, Basare, Kamele, die Gipfel des Attas-Gebirges und der Sonnenaufgang in der Wüste Erfoud ließen das Märchen von 1000 und einer Nacht zu pulsierendem Leben erwachen. "Lichter der City in Bremen" lautete ein weiterer Beitrag des gebürtigen Bremers. Der Blick richtete sich auf illuminierte Gebäude zur Weihnachtszeit und auf die Bremer Stadtmusikanten.
Für Schmunzeln sorgten "Hausaufgabenbilder im Fotoclub" von Alfons Herr. In Makroaufnahmen fing er Schönheiten in der Natur des Spessarts ein. In heimischen Gefilden blieb ebenso Karl-Heinz Liebler. Sein Thema war der "Stolz des Spessarts", die knorrige Eiche. Bereits die Germanen hätten die Eiche verehrt. Begehrt sei das wertvolle Holz im Schiffbau gewesen, auch Whisky werde in Holzfässern aufbewahrt, führte Liebler aus. Die Verwendung und Verarbeitung des Holzes zeigte er an Beispielen in drei holzverarbeitenden Betrieben im Main-Spessart-Kreis.
Wie Tropfenfotografie funktioniert
Albert Köckemann widmete sich dem Thema der Tropfenfotografie und erläuterte ihre Technik. In aufwendigen Experimenten und faszinierenden Aufnahmen zeigte er, wie Wassertropfen aufeinanderprallen und dabei Wasserskulpturen entstehen, die für das menschliche Auge erst durch die Fotografie sichtbar werden.
Wegen Erkrankung nicht persönlich anwesend sein konnte Manfred Sass. Seine beiden Beiträge führten in den Süden Norwegens, vorbei an typischen roten Holzhäusern, durch Fjorde, zum reißenden 165 Meter hohen Wasserfall in Lattefossen und nach Bergen, der drittgrößten Stadt des Landes. Durch den mit fast 25 Kilometer langen Lärdalstunnel, dem längsten Straßentunnel der Welt, ging es zur Skischanze Lillehammer und schließlich zum Fischmarkt in Kristiansand. Der Eintritt zu der Veranstaltung war frei. Die Spenden gehen erneut an die Lohrer Tafel.