
In einem zweistündigen Wortgottesdienst ist am Sonntagmorgen in der Kirche St. Josef der Bräutigam eine Institution aus der Kirchenmusik in Sendelbach verabschiedet worden: die Organistin und Chorleiterin Erika Wolf. Ihre Nachfolgerin, Kantorin Christel Schlensok aus Pflochsbach, überreichte ihr von Bischof Franz Jung eine besondere Urkunde. In dieser dankte Jung ihr "für über 45 Jahre beispielhaften Dienst".
Schon zu Beginn der Feier war Wortgottesdienstleiter Jonas Wiesner auf das Wirken von Erika Wolf eingegangen: "Eine Orgel klingt nicht von alleine. Du, liebe Erika, bist eine richtige Institution. Du hast ganze Generationen begleitet. Du warst immer da, man konnte sich einen Gottesdienst ohne Dich gar nicht vorstellen. Heute möchten wir Dich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden."
Natürlich wird auch musikalisch Dank gesagt
Der Gottesdienst wurde musikalisch von den Gruppen gestaltet, die Erika Wolfs begründet und begleitet hatte. Der gemischte Chor, die Schola Sendelbach, sang unterstützt von verschiedenen Instrumentalisten, und auch die Sendelbacher Veehharfengruppe gab einige Stücke zum Besten. Am Ende des Gottesdienstes wurden etliche Dankesreden gehalten. Gabriele Stierle vom Pfarrgemeinderat stellte fest, dass das Gotteshaus an diesem Sonntag nicht nur von Gottesdienstbesuchern gefüllt wurde, sondern auch durch viele "Begleiter und Weggefährten" Wolfs. "Wir verabschieden Dich heute nicht, sondern sind dankbar, dass Du jetzt in den Ruhestand gehen und die Orgel von der anderen Seite hören kannst."
Sabine Kujus ging im Namen der Kirchenverwaltung im Auftrag von Erich Günther auf Erika Wolfs Wirken, auch in den Nachbargemeinden Steinbach und Pflochsbach sowie in Hausen, Steinfeld und Waldzell ein. Mit den Worten: "Durch Deine offene und freundliche Art warst Du immer eine Konstante in dieser Gemeinde", überreichte Kujus einen Geschenkkorb.
Ebenfalls ein Geschenk dabei hatte Wortgottesdienstleiter Jonas Wiesner – nämlich von den Ministranten. Auch die Vertreterin der Veehharfengruppe, Adele Maier, dankte Wolf: "Du hast großes musikalisches Wissen mitgebracht und uns geholfen, dieses Instrument spielen zu lernen. Du bist jetzt leider kein aktives Mitglied der Gruppe mehr, aber wir hoffen trotzdem, dass Du Dich gelegentlich wieder bei uns sehen lässt."
Die Mitglieder der Schola trugen einen witzigen musikalischen Rückblick auf Wolfs Wirken vor und überreichten eine Bildercollage. Schlensok hat nach eigenen Worten "die anspruchsvolle Aufgabe, aber auch das Glück, das Erbe anzutreten". "Ich darf ganz viel ernten, was Sie gesät haben", freute sie sich. Als Schlensok kurz nach ihrem Umzug nach Pflochsbach einmal die Schola gehört habe, sei sie begeistert von dem wunderbar warmen Klang des Chores gewesen. "Eine Klangsprache, die Sie gegeben haben", lobte die Kantorin. Und: "Ganz Viele tragen Sie im Herzen mit. Sie sind bei jedem Ton, der hier erklingt, einfach immer mit dabei."