
Am Freitag, den 21. März, führten Feuerwehren eine unangekündigte Gefahrgut-Übung durch. Als Übungsort wurde das Gewerbegebiet Karsbach gewählt – eine Umgebung, welche aufgrund des dort herrschenden Warenverkehrs, der abgeschiedenen Lage und der begrenzten Löschwasserversorgung eine realistische Einsatzsituation darstellte, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisbrandinspektion, der auch folgende Informationen entnommen sind. Die anrückenden Einsatzkräfte und Führungsdienstgrade standen vor einer Lage, die zwar selten auftritt, aber jederzeit Realität werden kann
Angenommen wurde ein Unfall mit einem Gefahrguttransporter, welcher 1200 Liter Gefahrgut geladen hatte und wo durch beschädigte Behälter Gefahrstoffe austraten. Der Fahrer des Transportes wurde durch die Chemikalien verletzt und konnte die Ladefläche nicht mehr verlassen. Der Beifahrer konnte den Notruf absetzen. Beteiligt an der Übung waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Karsbach, Gössenheim, Adelsberg, Langenprozelten und Gemünden sowie ein ABC-Zug.
Die Feuerwehr Karsbach traf als Erste am Einsatzort ein, führte die Menschenrettung durch und sperrte den Gefahrenbereich ab. Die nachrückenden Kräfte übernahmen verschiedene Aufgaben: Aufbau einer Wasserversorgung, Identifizierung der Gefahrstoffe, Bereitstellung von Abdichtmaterial für die beschädigten Behälter, Vorbereitung des Einsatzes von schwerem Chemikalienschutz.
Der ABC-Zug, der speziell für solche Einsätze ausgerüstet ist, errichtete eine Dekontaminationsstrecke. Die richtige Wahl des Standorts war hierbei entscheidend, um eine effiziente Dekontamination sicherzustellen und eine fachgerechte Trennung von kontaminierten und sauberen Bereichen zu ermöglichen. Außerdem sollte ein weiteres Austreten der Stoffe verhindert werden und bereits ausgelaufene Flüssigkeiten aufgefangen werden.
Gefahrguteinsätze erfordern einen hohen Material- und Zeitaufwand sowie eine präzise Abstimmung der Einsatzkräfte. Rund 80 Feuerwehrleute stellten sich an diesem Abend der Aufgabe und arbeiteten die Lage im Rahmen ihrer Möglichkeiten professionell ab, so die Pressemitteilung. Die Übungsleitung bedankte sich bei allen teilnehmenden Einsatzkräften und der Kreisbrandinspektion für die Unterstützung, sowie bei den Unternehmen im Gewerbegebiet Karsbach und der Firma Urban Baumaschinen für die Bereitstellung von Übungsmaterial, sowie an Leonie Eidel für die Fotoaufnahmen, die zur Dokumentation und Analyse der Übung beitragen.
