
Helfen im "Room of Horrors" konnten Interessierte beim Tag der offenen Pflegetür im Bezirkskrankenhaus (BKH) Lohr. Im ganzen Landkreis haben am Freitag zehn verschiedene Pflegeeinrichtungen ihre Türen geöffnet, Einblicke gewährt und zum Ausprobieren eingeladen. Bei drei von ihnen hat sich unsere Reporterin umgeschaut.
Viele junge Menschen nutzten die Gelegenheit. Ronja Schindler aus Ruppertshütten war an dem Nachmittag mit ihrer Mutter Jutta unterwegs und besuchte mehrere Einrichtungen. Den Anfang machten sie im Klinikum Main-Spessart. Die 14-jährige Realschülerin hat noch zwei Jahre Zeit, bis sie in die Berufswelt startet, wollte aber die Gelegenheit für einen Einblick in den Pflegeberuf nutzen.
Herzdruckmassage probiert
Angeleitet von Pflegefachkraft Jochen Weimer und dem Auszubildenden Bugar Rulani versuchte sie sich erstmals an einer Herzdruckmassage und zeigte dabei Talent. Seit der Reform der Ausbildung im Pflegeberuf ist es eine Kombination aus Gesundheitspflegendem und Alterspflege, erfuhren die Interessierten am Freitag. So arbeiten die Auszubildenden in ihren Außeneinsätzen auch in Seniorenzentren wie im St. Martin in Lohr. Hier bereiteten Praxisanleiterin Regina Weise und die Auszubildende Emma Seubert die Pflegepuppe vor. "Der Beruf macht mir Spaß", zog Seubert im zweiten Lehrjahr eine positive Zwischenbilanz.
Interesse an Umschulung
Im Klinikum traf unser Medienhaus die 29-jährige Bridget Chabo. Sie stammt gebürtig aus Zambia (Afrika) und lebt seit drei Jahren in Frammersbach. "Krankenschwester zu sein ist mein Traum", sagte sie im Gespräch. Interesse an einer Umschulung hatte auch eine 45-jährige Frau im BKH, die aber ungenannt bleiben wollte. Bislang arbeitet sie in einem Büro, berichtete sie. Diesen Beruf würde sie gerne verlassen und umschulen. Pflegefachkraft zu sein, sei ihr Ziel.

Der 16-jährigen Jannik Himmrich aus Rodenbach war im "Room of Horrors" im BKH unterwegs. Er war mit seinem Vater gekommen und hat seinen Ausbildungsvertrag als Pflegefachkraft beim Kreis bereits in der Tasche. Trotzdem wollte er beim Tag der offenen Pflegetür hereinzuschauen. Er hat mehrere Praktika absolviert und dabei festgestellt, dass ihm der Beruf gefällt, erzählte er.
Aus Laufach war Lea Rosenberger mit ihrer Mutter gekommen. Die 14-Jährige hat den Beruf Pflegefachkraft für sich fest ins Auge gefasst. Über eine Bekannte hat sie von dem Angebot im Landkreis erfahren.
Wunde verarztet
Direkt in den Einsatz wagte sich an diesem Nachmittag die 16-jährige Margarita Oleksiiva. Eine große offene Wunde klaffte auf dem Unterarm des Pflegepädagogen im Studium, Alexander Münzel. Er saß im "Room of Horrors" und wartete darauf, verarztet zu werden. Die Wunde war natürlich nur geschminkt und Oleksiiva wurde mit der Aufgabe nicht alleine gelassen. Münzel erklärte ihr jeden Schritt, und Oleksiiva machte ihre Sache gut.
Auch Moritz Buhleier aus Erlenbach im Landkreis Miltenberg war nach Lohr gekommen. Der 18-Jährige hat bereits ein Praktikum gemacht und ist seitdem überzeugt, dass der Pflegeberuf das Richtige für ihn ist. Bewusst hatte er das BKH angesteuert, weil ihn vorrangig die Arbeit in einer psychiatrischen Einrichtung interessiert.
So war es den ganzen Freitagnachmittag bei den verschiedenen Einrichtungen ein Kommen und Gehen. Deutlich zeichnete sich dabei ab, dass die meisten Interessierten gezielt kamen und den Beruf bereits für sich in die engere Auswahl genommen hatten.