
Die Städtische Sing- und Musikschule Lohr blickt heuer auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Deshalb gestalten die Verantwortlichen der Schule am Freitag, 4. April, gemeinsam mit dem Juze Lohr und anderen Gruppen "Die lange Nacht der Künste". Auf dem Programm stehen Musik, Kunst, Lesungen und sportliche Darbietungen. Beginn der mehrstündigen Veranstaltung in der Alten Turnhalle ist um 19 Uhr.
Laut Schulleiterin Petra Breitenbach laufen die arbeitsintensiven Vorbereitungen bereits seit Herbst. "Ich denke, sie haben sich gelohnt. Starke Unterstützung bekamen wir vom Juze. Von dort erhalten wir auch Skulpturen und Breakdance-Videos", sagt sie. Das Lohrer Gymnasium steuere ein Epidiaskop bei, eine Art Dokumentenkamera. Mehrere Musikschüler hätten Bilder gemalt und zum Teil die Musik dazu selbst ausgewählt.
Drei Blöcke mit Zwischenpausen
Die Veranstaltung ist in drei Blöcke geteilt, dazwischen gibt es jeweils eine Pause. Ankunft, Verweildauer oder Gehen dürfen die Gäste selbst bestimmen. Das Programm der ersten Stunde richtet sich laut Breitenbach vor allem an Kinder und Jugendliche, das der zweiten an Junge und jüngere Ältere. Stunde drei spricht maßgeblich Erwachsene an.
Eröffnet wird der Abend mit der Geschichte "Orchestria". Simon Leroux, Onkologe und Oberarzt im Klinikum Lohr, hat sie für seine vierjährige Tochter Midori in seiner Muttersprache Französisch verfasst und illustriert. Vorgetragen in Deutsch wird sie von Leroux' Frau Lena Schwaiger.
Junge Musiker der Musikschule und Erstklässler der Grundschule Lohr begleiten die Geschichte instrumental und mit Gesang. "Die Idee kam mir während einer langen Urlaubsfahrt", erzählt Leroux, Vater von vier musikbegeisterten Kindern. In seiner Familie gehört das Musizieren zum Alltag.
Eine Musikmaschine für die Stadt
Vor zwei Jahren habe er begonnen, jeden Tag eine der insgesamt 24 Seiten zu schreiben und zu malen. Die Handlung: Ein Musik-liebender König ließ eine Musikmaschine bauen, damit er und die Menschen in seiner Stadt Lieder hören konnten. Als die Maschine kaputtging, kamen die Stadtbewohner auf pfiffige Ideen, wie sie selbst Musik machen konnten: etwa aus Bruchstücken der Maschine und mit Küchenutensilien, Töpfen, Deckeln, Holzskulpturen oder selbst gebastelten Gitarren. Am Ende dirigiert der entzückte König selbst eine Schar großer und kleiner Musiker.
Midori sagt zu der Geschichte: "Papa oder Mama haben sie abends vor dem Einschlafen erzählt. Das war sehr spannend und aufregend."