Das Kunstpreis-Schneewittchen des Karlstadter Bildhauers Peter Wittstadt, das vor der Stadthalle aufgestellt werden soll, bekommt nun doch keine Stele mit Apfel, Kamm und Gürtel an die Seite gestellt, wie im Juli beschlossen. Stattdessen sollen nun – wie vom Künstler gewünscht – fünf Bronzegussplatten mit Märchenmotiven um die Figur herum im Boden eingelassen werden. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat am Mittwoch mit 15:8 Stimmen.
Mit Blick auf den noch nicht unterschriebenen Werkvertrag zwischen Wittstadt und Stadt Lohr sagte Bürgermeister Mario Paul, Wittstadt sei der Stadt in Sachen Nutzungs- und Verwertungsrechte „sehr entgegengekommen“. Außerdem habe die Stadt eine Kostenreduzierung um 7700 Euro erreicht.
Diese Aussage lässt den Schluss zu, dass Wittstadts umstrittene Figur, die nach Ansicht vieler Leute nichts Schneewittchenmäßiges an sich hat, einschließlich der Bodenplatten 102 300 Euro kosten soll, denn bislang war immer von 110 000 Euro die Rede.
Auf die Frage von Ulla Menzel (CSU), was die Figur ohne Bodenplatten beziehungsweise Stele kosten würde, antwortet Paul, bei einer Entscheidung für die Figur mit Bodenplatten wären die letzten Streitpunkte zwischen Wittstadt und der Stadt erledigt; Platten beziehungsweise Stele machten nur einen kleinen Betrag aus.
Rainer Nätscher (FW) beharrte auf der Stele, denn mit dieser neben der Figur habe Wittstadt den Kunstpreis gewonnen. Laut 3. Bürgermeisterin Ruth Steger (SPD) kam es deswegen zu einer Auseinandersetzung zwischen Stadt und Künstler, weil die Ausschreibung des Kunstpreises mangelhaft gewesen sei.