Möglichst noch heuer möchte die Gemeinde Karsbach drei große Projekte angehen. Besonders vorrangig gilt dabei der Beginn des Neubaus der Kläranlage mit Regenrückhaltebecken, für den heuer eine Investition von rund 2,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt werden soll. Zum anderen steht die Sanierung der Weyersfelder Weinbergstraße mit Kanal, Wasser und Fahrbahndecke an. Drittens wäre da die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes Schönauer Weg in Karsbach. Mit weiteren Vorhaben ergäbe das in diesem Jahr ein Investitionsvolumen von 6,6 Millionen Euro im Haushalt der Kommune.
"Aktuell sind die Baupreise wieder relativ günstig", nannte Bürgermeister Martin Göbel bei den Haushaltsvorberatungen einen Grund für den schnellen Realisierungswunsch dieser Vorhaben. Die Priorität liege dabei ganz klar auf dem Neubau der Kläranlage. Nachdem man da lange auf die Genehmigung gewartet habe, müsse es nun zügig in die Umsetzung gehen. Eine Ortsbesichtigung in Oberleichtersbach habe Potenzial für eine weitere Optimierung der Anlage gezeigt.
Klärschlammpresse statt Lager
In der geänderten Version, die der Bürgermeister und der Planer nochmals dem Gremium erläuterten, sollen die geplanten Lagerbehälter für den Klärschlamm entfallen und dafür eine Klärschlammpresse im Betriebsgebäude integriert werden. Göbel bat den Planer Jürgen Finger und das Ingenieurbüro Arz, die Umplanung und die Erstellung der erforderlichen Unterlagen möglichst schnell voranzutreiben, damit man die Arbeiten bald ausschreiben könne.
Zur Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes Schönauer Weg wurde jetzt für rund 800.000 Euro der Grunderwerb getätigt, informierte Göbel zum weiteren Projekt. Insbesondere für den neuen Gewerbeteil im vorderen Bereich gebe es bereits Anfragen lokaler Interessenten. Dessen Erschließung wird auf etwa 1,1 Millionen Euro geschätzt. Die entsprechenden Mittel dafür will man ebenfalls im diesjährigen Haushalt vorsehen.
Zwei Millionen Euro für Sanierung der Weinbergstraße
"Ich bin mir bewusst, dass wir die Ergebnisse der Ausschreibung der Kläranlage abwarten müssen, bevor wir Umsetzungsentscheidungen zu weiteren Projekten treffen", sagte Göbel. Dies betrifft auch die Sanierung der Weinbergstraße mit geschätzten Kosten von zwei Millionen Euro. Die Kommune habe bereits in der Vergangenheit entsprechende Investitionen getätigt und werde sicher auch die anstehenden Aufgaben meistern können. Zur Finanzierung des Gesamtetats könne man zudem mit einen Überschuss von rund 2,7 Millionen Euro aus dem Haushaltsjahr 2024 rechnen.
Weitere Investitionen von 50.000 Euro für ein Fahrzeug, Maschinen und Geräte für den Bauhof, 70.000 Euro für Feuerwehrbedarf und 200.000 Euro für ein Feuerwehrauto sollen in den Etat. Etwa 40.000 Euro benötige man für Anpassungen nach dem Wasserrechtsverfahren im Gewerbegebiet Furtwiesen in Heßdorf. Ziel sei es den Haushaltsplan für 2025 im Mai endgültig zu verabschieden.
Die Fortschreibung des Regionalplanes zur Nutzung von Windenergie betrifft auch den Gemeindebereich von Karsbach. Das geplante Vorranggebiet W52-II "Südöstlich Seifriedsburg" besteht überwiegend aus einem Waldbereich und war bei einem früheren Prüfverfahren bereits einmal dabei, erläuterte Bürgermeister Göbel dem Gremium. Die Fläche sei zu etwa 90 Prozent im Besitz des Freiherrn von Thüngen. Auch der Heßdorfer "Gemeindeacker" und weitere 15 Hektar Privatbesitz zwischen Höllrich und Heßdorf liegt in diesem Bereich.
Die Windhöffigkeit sei als relativ schwach einzustufen und möglicherweise nur mit neuester Technik und sehr hohen Windrädern wirtschaftlich nutzbar. Bei einer möglichen Planung wolle sich die Gemeinde mit einbringen, hieß es. Es gebe im Landkreis jedoch interessantere Standorte für eine Windkraftnutzung. Das Gremium entschied, keine weiteren Hinweise oder Einwendungen zu dieser Regionalplanung abzugeben.