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Aschaffenburg
Jahresversammlung Naturpark Spessart: Förderstopp trübt Erfolge von 2024
Die erste Vorsitzende des Naturpark Spessart, Sabine Sitter, sprach auf der Jahresversammlung über die Erfolge des vergangenen Jahres und die bevorstehenden Herausforderungen für 2025.
Foto: Jennifer Weidle | Die erste Vorsitzende des Naturpark Spessart, Sabine Sitter, sprach auf der Jahresversammlung über die Erfolge des vergangenen Jahres und die bevorstehenden Herausforderungen für 2025.
Bearbeitet von Andrea Czygan
 |  aktualisiert: 02.04.2025 10:52 Uhr

Die Stimmung bei der Jahresversammlung des Naturpark Spessart am 25. März in Aschaffenburg war gemischt. Der unerwartete Förderstopp der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR) sorgt für Unsicherheit. Davon betroffen sind Projekte wie die Erneuerung des maroden Schondrastegs bei Gräfendorf, Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten und mehrere Streuobstinitiativen. Geschäftsführer Oliver Kaiser sprach von einer „trockenen Zeit“, in der unklar bleibt, wann und in welchem Umfang wieder Mittel fließen. Die folgenden Informationen sind einer Pressemitteilung des Naturparks Spessart entnommen.

Trotz dieser Unsicherheit betonte der Naturparkverein die Bedeutung seiner Arbeit: Gerade angesichts der Klimakrise und des Artensterbens sei der Einsatz für die Natur wichtiger denn je. Ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Naturparks ist die Gebietsbetreuung für Grünland, die Menschen bei vielen Naturschutzprojekten einbindet; zum Beispiel im Hafenlohrtal. Dort wurden unter anderem durch Schulklassen alte Stacheldrahtzäune und Müll entfernt. 20 Freiwillige beseitigten den Gehölzaufwuchs an einer wertvollen Magerwiese.

Misteln bedrohen Streuobstwiesen

Bei Kreuzwertheim konnten Landwirte überzeugt werden, bei der Heumahd Altgrasstreifen auszusparen, um Insekten Rückzugsorte zu bieten. In Mönchberg wurden 108 alte Bäume von Misteln befreit. Dabei offenbarte sich ein bei vielen Schnittmaßnahmen auftretendes Problem: Einerseits sollte das anfallende Schnittgut nicht verbrannt werden, andererseits ist ein Abtransport oft nicht möglich. Stellvertretender Geschäftsführer Julian Bruhn appellierte an die zuständigen Behörden, flexiblere Lösungen zuzulassen.

Nicht nur die Mistel, sondern auch giftige Pflanzen breiten sich aufgrund geänderter Umweltbedingungen und Nutzungen immer stärker aus. Hierzu zählt das Wasserkreuzkraut, das die Bewirtschaftung der artenreichen Wiesen im Sinngrund gefährdet. Dank eines umfangreichen Förderprojekts konnte der Bestand in den letzten Jahren erfolgreich reduziert werden. Ein Ergebnis harter Arbeit, die sich immer weniger Menschen zumuten.

Glücklicherweise konnte der Naturparkverein Geflüchtete aus Afghanistan, Syrien und der Elfenbeinküste für die Aufgabe gewinnen; ein Beispiel dafür, wie Naturschutz und gesellschaftliche Integration Hand in Hand gehen können. Projektleiterin Sabrina Jochum sprach besonderen Dank an Matthias Schrimpf von der Caritas aus, der die Zusammenarbeit maßgeblich koordinierte.

Was bedeutet der Förderstopp für 2025?

Schatzmeister Arno Bernhard präsentierte solide Zahlen für 2024, doch die Rücklagen sind begrenzt. Sollte sich an der Förderlage nichts ändern, könnten wichtige Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Klimaanpassung ins Stocken geraten.

Dennoch gibt es viele Pläne: Bis zu 20 neue Schutzhütten sollen entstehen. Zudem startet im Mai ein Ausbildungskurs für zertifizierte Natur- und Landschaftsführerinnen und -führer. Der Naturpark freut sich außerdem über den in 2024 unterschriebenen Sponsoring-Vertrag mit dem Sodenthaler Mineralbrunnen.

Zum Abschluss der Versammlung machte Oliver Kaiser deutlich, dass der Naturpark trotz der finanziellen Unsicherheit weiterhin nach Lösungen suchen wird. Der Verein will auch in Zukunft innovative Wege gehen, um Natur- und Klimaschutz mit nachhaltiger Regionalentwicklung zu verbinden.

85 Mitglieder kamen zur Jahresversammlung des Naturpark Spessart in Aschaffenburg zusammen. Neben Erfolgen im Naturschutz überschattete der drohende Förderstopp die Diskussionen. Welche Projekte können fortgesetzt werden – und wo drohen Einschnitte?
Foto: Jennifer Weidle | 85 Mitglieder kamen zur Jahresversammlung des Naturpark Spessart in Aschaffenburg zusammen. Neben Erfolgen im Naturschutz überschattete der drohende Förderstopp die Diskussionen.
 
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