
Zur Infoveranstaltung über den Bau von zwei Windenergieanlagen in Erlenbach, Gemarkung Tiefenthal, im Bereich des Strickbergs (Vorranggebiet WK 15), hatte der Wiesbadener Projektentwickler ABO Energy in die DJK-Halle eingeladen. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Möglichkeit zum Dialog und informierten sich vor Ort. Darunter waren neben Erlenbachs Bürgermeister Georg Neubauer und einigen Gemeinderäten auch die Bürgermeister aus Remlingen und Karbach.
Auf Stellwänden und Postern wurde offen und transparent unter anderem über die Standorte, den Bau der Windkraftanlagen, den Schall- und Schattenwurf und den Natur- und Artenschutz informiert. Auch über die Zuwendungen an die Gemeinde sowie die Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger wurde informiert. Interne und externe Experten beantworteten die Fragen der Besucher zu allen Aspekten des Projekts und der Windenergie allgemein.
Die beiden geplanten Windräder befinden sich auf einer offenen, vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche und grenzen an den Windpark Remlingen. Eine Ertragsprognose hat ergeben, dass der Standort für einen wirtschaftlichen Betrieb des Windparks geeignet ist.
Die Räder sind 245,5 Meter hoch
Die Gesamthöhe der Anlagen beträgt 245,5 Meter. Die Nabenhöhe beträgt circa 164 Meter und der Rotordurchmesser 163 Meter. Die geplanten Anlagen haben eine Leistung von jeweils sieben Megawatt (gesamt 14 Megawatt). Der erwartete Stromertrag liegt bei circa 26 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Damit können rund 15.000 Personen ihren Strombedarf decken.
Bereits 2010 war mit der Planung begonnen worden. Durch verschiedene Klageverfahren hatte sich die Umsetzung des Windparks Strickberg jedoch verzögert. Durch die Änderung der 10H-Regel, letztmals 2022, ist der Bau nun möglich. Für das 3. Quartal 2025 rechnet die ABO Energy nun mit dem Erhalt der Genehmigung. Der Bau und die Inbetriebnahme des Windparks Strickberg sind dann für die Jahre 2026 bis 2027 vorgesehen.
Visualisierungen zeigten die prognostizierten Schall- und Schattenauswirkungen und Fotomontagen verdeutlichten, wie sich der realisierte Windpark in das Landschaftsbild einfügt. Die Abstände zur Wohnbebauung betragen bis Tiefenthal 1100 Meter, bis Erlenbach 2200 Meter und bis Remlingen 1800 Meter.
Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2023 bietet für die Gemeinde Erlenbach die Möglichkeit, im 2500-Meter-Radius um einen Windpark entsprechend ihres Flächenanteils mit 0,2 Cent für jede produzierte Kilowattstunde finanziell beteiligt zu werden. Laut aktueller Ertragsprognose ist also eine Abgabe von rund 52.000 Euro pro Jahr zu erwarten. Die Gemeinde Erlenbach würde davon 42 Prozent, Karbach elf, Birkenfeld vier und Remlingen 43 Prozent der kumulierten jährlichen Summe erhalten. Über die 20 Jahre währende Zeit der EEG-Vergütung würde insgesamt rund eine Million Euro aus der Zuwendung des Windparks Strickberg in die Gemeindekassen fließen.
Pachtzahlungen für die Nutzung
Dazu kommen Pachtzahlungen für die Nutzung von kommunalen Flächen und Einnahmen aus der Gewerbesteuer, zudem eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung, denn beim Bau und beim Betrieb der Anlagen sollen regionale Betriebe beauftragt werden.
Die untere Naturschutzbehörde prüft bei der Genehmigung die zu erwartenden Auswirkungen auf die Umwelt. Ein unabhängiges Büro begleitet auch während des Baus das Projekt ökologisch unter anderem für Brutvögel, Groß- und Greifvögel. Dazu zählen zum Beispiel eine zeitweise Abschaltung der Windräder zum Schutz des Milans oder eine nächtliche Abschaltung zum Schutz der Fledermäuse.
Auch Ausgleichsmaßnahmen sind zwingend vorgesehen. Hier werden zum Beispiel bestehende Wälder aufgeforstet.
