
Generationenwechsel in der Führung des Förderkreises Kloster Schönau: Bei den Neuwahlen kandidierte Gerhard Köhler, Gründungsmitglied im Jahr 2013 und seitdem Vorsitzender des Vereins, nicht mehr für dieses Amt. Matthias Risser wurde als Nachfolger gewählt. Dessen Stellvertreter ist nun Gerhard Köhler. Zum Kassier wählten die Anwesenden Stefan Köhler (Seifriedsburg) und Schriftführerin bleibt weiterhin Elfriede Grob.
"Ziel ist es, auch die Stellvertreterfunktion in jüngere Hände zu legen", sagte Gerhard Köhler nach der Wahl. Deshalb sehe er seine Amtszeit auch hier begrenzt, "bis wir eine jüngere Nachfolgerin oder Nachfolger gefunden haben". Köhler dankte allen Helfern, Unterstützern und Sponsoren. Denn nur im Zusammenwirken aller konnte das Kloster Schönau wieder im Bewusstsein der Bevölkerung, der Region und darüber hinaus an Bedeutung und Wertschätzung gewinnen: "Private Spender und öffentliche Zuschussgeber machten dies uns möglich." Auch habe man dadurch erreicht, dass die Ordensleitung sich für den Fortbestand des Klosters einsetzt.
Unerwartete Schäden an der Orgel
Neuestes Projekt in der Klosterkirche ist die Reinigung und Überholung der alten Orgel. "Bei der vorgesehenen Grundreinigung wurden viele unerwartete Schäden festgestellt, die zusätzliche Arbeiten erfordern und den ursprünglichen Finanzierungsansatz übersteigen", berichtete Guardian Jesmond Panapparambil. Die Renovierung der Orgel könne deshalb auch nicht bis Ostern beendet werden. Das Kloster plane zur weiteren finanziellen Unterstützung einen Spendenaufruf.

Als weiteres Projekt sehe das Kloster die Herrichtung des historischen und bisher brachliegenden Saalekellers zur Benutzung durch kleine Gruppen vor. Zur Vorbereitung seien noch umfangreiche Planungen und behördliche Genehmigungen erforderlich. Auch dieses Vorhaben könne man später nur mit umfassenden Spenden realisieren. Guardian Jesmond dankte allen bisherigen Spendern und dem Förderkreis für die große Unterstützung des Klosters Schönau.
An die große Klosterkrippe, die als Leihgabe der Stadt jüngst wieder einen Platz im Kloster Schönau gefunden hat, erinnerte stellvertretender Bürgermeister Jürgen Stich. Er dankte dem scheidenden Vorsitzenden Gerhard Köhler für sein langjähriges Engagement an vorderster Stelle in Förderkreis.
Zwölf Gemälde wurden restauriert
Laut Gerhard Köhler war die Restaurierung der zwölf Gemälde der heiligen Franziskaner an der Orgelbrüstung mit rund 6000 Euro eines der größeren Projekte, das der Förderkreis im vergangenen Jahr umsetzen konnte. In seinem bebilderten Jahresbericht erinnerte Köhler ferner an die Fleißarbeit, mit der Helferinnen die vielen Figuren der Jahreskrippe restaurierten und neue Gewänder nähten.
Die Schönauer Krippe war ursprünglich im Jahre 1745 ein Geschenk eines Würzburger Domherren. Manche Figuren stammen noch aus dieser Zeit. Einige fehlende Figuren wurden aktuell von einem Bildhauer in Bischofsheim neu erstellt. Da bei der Hochzeit zu Kana Geschirr fehlte, habe man es in einer Töpferei nachbilden lassen, sagte Köhler. Um Platz für die Aufstellung der Krippe in der Klosterkirche zu schaffen wurde ein fest gemauerter Beichtstuhl abgebrochen.
Auch Vorträge und Führungen machten interessierte Gäste mit der Geschichte des Klosters vertraut. Eine Exkursion nach Ostheim vor der Rhön führte zu der dortigen Kirchenburg und einem Orgelmuseum. Die Befestigungsanlage gilt als die größte und besterhaltene Kirchenburg in Deutschland.
Am 4. April wird die zweite Szene der Ganzjahreskrippe aufgebaut
Die Schönauer Krippe ist eine Ganzjahreskrippe mit im Jahreslauf wechselnden Szenen, erläuterte Köhler. Deshalb steht am 4. April der Aufbau der zweiten Szene "Der 12-jährige Jesus im Tempel" an.
Im Jahr 2025 möchte der Förderkreis wieder zwei Gemälde, diesmal den Hl. Valentin und den Hl. Antonius an den Seitenaltären, restaurieren lassen. Zudem ist ein Vortragsabend mit Jürgen Emmert, dem Leiter des Kunstreferats der Diözese geplant.