
Anna Kuhlmann (Violine), Jérémie Baduel (Violoncello) und Katia Bouscarrut (Klavier) präsentierten im Alten Pfarrhaus in Binsbach ein anspruchsvolles Programm mit Werken für Klaviertrio. Anna Kuhlmann spielt im Gewandhausorchester Leipzig, Jérémie Baduel ist mit Beginn der nächsten Spielzeit als Solo-Cellist bei den Nürnberger Symphonikern engagiert, und Katia Bouscarrut ist eine gefragte Pianistin und Kammermusikerin.
Schon die ersten Takte des Trio in E-Dur von Joseph Haydn im präzisen Pizzicato verhießen, dass die Musiker nicht nur ihre Instrumente hervorragend beherrschten, sondern auch die Freude am Zusammenspiel und am gemeinsamen Ausdruck vermitteln konnten, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Haydn gelang spritzig, der zweite, etwas skurrile Satz wurde ernsthaft gestaltet und der letzte Satz mit seinem immer wiederkehrenden Thema facettenreich dargestellt.
Alle Möglichkeiten genutzt
Es folgte das Trio in e-moll von Dmitri Schostakowitsch, in dem die große Trauer des Komponisten über den Verlust seines Freundes Sollertinski zum Ausdruck kommt, das aber ebenso Momente zeigt, in der in fast brutaler Weise die Maschinerie des weitertickenden Weltgetriebes in bolschewistischer Zwanghaftigkeit an die Grenzen des Erträglichen geht. Die Musiker spielten sich hier wahrhaft in Rage und nutzten alle Möglichkeiten ihrer Instrumente, vom lyrischen Klagegesang bis zum ruppigsten Hämmern.
Den Abschluss bildete das Trio in d-moll von Felix Mendelssohn, das in romantischer Euphorie von den jungen Musikern in einem Guss serviert wurde, wobei besonders der wunderbar schlichte zweite Satz und das elfenartige, irrwitzige Scherzo hervorstachen, das in einer stupenden Mühelosigkeit vorbeirauschte.
Am Ende gab es vom überraschten und begeisterten Publikum Standing Ovations. „Also, so etwas haben wir hier nun wirklich nicht erwartet!“ So äußerten sich spontan die Zuschauer, die zum ersten Mal im Alten Pfarrhaus in Binsbach ein Konzert aus der Reihe Kunst im Alten Pfarrhaus besuchten, endet die Mitteilung.