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Karlstadt
Die Welt aus neuen Perspektiven betrachten
Von barocken Malern inspiriert sind die Werke von Thomas Lange.
Foto: Günter Roth | Von barocken Malern inspiriert sind die Werke von Thomas Lange.
Günter Roth
 |  aktualisiert: 01.04.2025 13:05 Uhr

Bis zum 31. Oktober wird die Sonderausstellung "Sichtwendungen" im zweiten Stock des Museums Karlstadt mit grundlegend verschiedenen Arbeiten zweier Künstler zu sehen sein. Mutsuo Hiranos Plastiken in schneeweißer Keramik stehen im Gegensatz zu Thomas Langes barock-inspirierten Bildfolgen. Gemeinsam aber haben sie den Ansatz, das künstlerische Erbe vergangener Kunstepochen aufzugreifen und in die ganz eigene Perspektive ihrer Lebenssichten zu setzen. Sie wollen beide eine "Sichtwendung" erreichen.

Passend zur gegenwärtigen Umbruchsituation unserer Gesellschaft sah der eng mit Karlstadt verbundene Kunsthistoriker Jürgen Lenssen bei der Vernissage die Absicht, sich auf die Erfahrungen im Leben des einzelnen Menschen einzulassen und damit zu einem Wandel der Lebens- und Weltsicht zu führen. So greift Lange beispielsweise in seiner sechsteiligen Bildfolge unter dem Titel "Michael" auf den barocken Maler Luca Giordano zurück, der den Kampf des Erzengels und Luzifer ansichtig werden lässt. Die grundlegende Frage "Wer ist wie Gott", die sich gegenwärtig angesichts der Selbstüberschätzung zahlreichen Potentaten in der Welt stellt, findet hier ihren künstlerischen Widerhall. Dagegen steht die Grenzerfahrung mit der Unentrinnbarkeit des Todes auf unterschiedlichster Weise, so Lenssen.

Mit Thomas Lange und Mutsuo Hirano stellen bis zum 31. Oktober zwei renommierte Künstler im Museum Karlstadt aus. Bei der Vernissage waren Jürgen Lenssen und Bürgermeister Michael Hombach mit dabei.
Foto: Günter Roth | Mit Thomas Lange und Mutsuo Hirano stellen bis zum 31. Oktober zwei renommierte Künstler im Museum Karlstadt aus. Bei der Vernissage waren Jürgen Lenssen und Bürgermeister Michael Hombach mit dabei.

Hirano lenkt mit seinen Plastiken aus weiß gebrannter Terrakotta den Blick auf die notwendigen Sichtwendungen, die uns aus der Gefangenschaft der Zeit und des Raumes herausführen können. Der Laudator Lenssen sah in den Plastiken auch eine Idealisierung der Frau, wie sie biblisch schon bei Maria und Maria Magdalena feststellbar sei.

Hirano lebt schon seit 50 Jahren in Deutschland, hat hier Germanistik und Kunstgeschichte studiert. In der Toskana lernte er die Arbeit mit Terrakotta kennen und schätzen. Thomas Lange hob seine künstlerische Absicht hervor, eigene Empfindungen so umzuwandeln, dass sich der Betrachter in seiner Sprache wiederfindet. Die alte Kunst betrachtet er als Schatzkammer und als Inspiration für sein künstlerisches Handeln. Beide Künstler sind international anerkannt und haben bereits an vielen Orten der Welt ausgestellt.

Bürgermeister Michael Hombach betonte, die gegenwärtige "kleine aber feine Sonderausstellung" ermögliche entsprechend ihrem Titel "Sichtwendungen" die Welt aus neuen Perspektiven betrachten zu können. Ganz im Sinne der Grundidee des Museums Karlstadt können hier Tradition und Moderne miteinander verschmelzen.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Mutsuo Mirano ist von italienischem Terrakotta fasziniert.
Foto: Günter Roth | Mutsuo Mirano ist von italienischem Terrakotta fasziniert.
 
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