"Ich habe mich immer als Dienstleister gesehen." Mit diesen Worten hat sich der langjährige Bauhofleiter Peter Bechold am Mittwoch vom Stadtrat verabschiedet. Zuvor hatte er seinen letzten Jahresbericht für 2023 abgeliefert.
Die letzten Jahre seien nicht so einfach gewesen, sagte Bechold und verwies auf Nachwirkungen der Corona-Pandemie und unterbrochene Lieferketten, die unter anderem dazu geführt hätten, dass bestellte neue Fahrzeuge nicht rechtzeitig ausgeliefert worden seien. Dazu seien Personalwechsel gekommen.
Einnahmen nur knapp unter den Ausgaben
Dennoch habe man die Aufgaben recht gut gemeistert und im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Millionen Euro erzielt. Aus dem Ruder gelaufen sei nichts. Trotz der Probleme seien die Kosten in etwa im Bereich des Vorjahres geblieben und das Ergebnis verbessert worden. Der Jahresbericht 2023 weist durch den Bauhof verursachte Ausgaben von rund 2,2 Millionen Euro und Einnahmen durch Bauhofleistungen im Wert von rund 2,15 Millionen Euro aus.
Das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 97,5 Prozent. Der Verrechnungssatz für eine Arbeitsstunde eines Bauhofmitarbeiters wird wegen der tariflichen Lohnsteigerung um einen Euro auf 50 Euro angehoben. Im vergangenen Jahr leisteten die Bauhofmitarbeiter knapp 61.800 Gesamtstunden.
Das Schlusswort des Jahresberichts kann als eine Art Vermächtnis Becholds gelesen werden. Darin heißt es, Kostenschwankungen beim Fuhrpark seien immer möglich und schlecht kalkulierbar. Deshalb solle weiter auf einen modernen und zeitgemäßen Fuhr- und Maschinenpark geachtet werden.
Stadtrat zur weiteren Unterstützung aufgefordert
Darunter falle auch die Umstellung auf Elektroantrieb – mit gleichzeitigem Ausbau einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Bauhofs. Weiter sei es unabdingbar, den Personalstand zu halten, die Mitarbeiter zu fördern und leistungsgerecht zu entlohnen.
Derzeit sei der Bauhof ein leistungsfähiger Kommunalbetrieb, der sich mit vergleichbaren Betrieben und auch Privatfirmen messen könne. Das sei auch durch die Unterstützung des Stadtrats gelungen und sollte weiter so gehandhabt werden, so der Bauhofleiter.
Der Jahresbericht Becholds sei ein "Zeugnis, wie leistungsfähig der Bauhof ist", meinte Bürgermeister Mario Paul. Aus dem Gremium gab es nur eine Nachfrage. Wolfgang Weis (Grüne) erkundigte sich wegen der gestiegenen krankheitsbedingten Ausfälle. Die Zahl schwanke von Jahr zu Jahr, meinte Martin Vogt, von Bechold als "Mann der Zahlen im Bauhof" vorgestellt. Die gestiegene Zahl "macht uns nicht glücklich, wir hätten gerne weniger, aber wir haben keinen Einfluss darauf".
Einheimische und Gäste sollten sich in Lohr wohlfühlen
Den Dank des gesamten Stadtrats an Bechold für 34 Jahre an der Spitze des Bauhofs brachte der zweite Bürgermeister Dirk Rieb (CSU) zum Ausdruck. Bechold habe Lohr "in Sachen Blumen und Pflanzen geprägt". Für den Stadtrat und seine Anliegen habe er immer ein offenes Ohr gehabt, sei dem Gremium mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dabei immer ehrlich gewesen.
Von der dritten Bürgermeisterin Ruth Steger (SPD) bekam Bechold ein Buch geschenkt. "Ich bin gerührt", erklärte der Vielgelobte. Er habe sich als Dienstleister für alle verstanden, "die sich hier wohlfühlen wollen", ob sie nun in Lohr wohnten oder als Gäste in die Stadt kämen.