
Welcher Beruf passt zu mir? Hilfreiche Einblicke, um diese Frage beantworten zu können, gab es am Freitag bei acht Firmen in Kreuzwertheim-Wiebelbach. Die zweite Auflage von "Azubi for Future" im dortigen Gewerbegebiet bot wieder Einblicke in Firmen und Informationen aus erster Hand zu technischen, kaufmännischen und IT-Ausbildungsberufen und dualen Studienmöglichkeiten sowie vieles zum Ausprobieren.
Die Besucherzahlen der jungen Leute waren dieses Jahr durchweg deutlich geringen als bei der Premiere im Vorjahr. Die Firmenverantwortlichen betonten aber allesamt, man habe dieses Jahr besonders interessierte Gäste gehabt. Manuela Jeßberger von der Firma Jewa stellte fest: "Trotz mehr Werbung kamen weniger Leute." Man habe dieses Jahr auch intensivere Gespräche geführt und die Fragen seien detaillierter gewesen. Jewa war dieses Jahr Veranstalter der Gesamtaktion. Einig war sich Jeßberger mit den anderen teilnehmenden Firmenvertretern, dass weniger die Menge wichtig sei, sondern, dass die Richtigen dabei sind. Mehrere Firmen bekamen bereits am Aktionstag Bewerbungen überreicht oder es wurden Kontaktdaten mit ernsthaften Interessensbekundungen von jungen Leuten hinterlassen.
Aktionstag ermöglicht Blick in die laufende Produktion
Bei Jewa konnte man Einblicke in die laufende Produktion bekommen, um so zu sehen, was einen in Ausbildung und Beruf erwartet. Die Gäste konnten sich auch selbst ausprobieren, zum Beispiel an der Drehbank.
Vorgestellt wurden auch Produkte und Entwicklungen der jeweiligen Firmen. KurtzErsa gab beispielsweise Einblicke in die additive Fertigung (3D-Druck von Metallen). In der Lehrwerkstatt konnten die Teilnehmenden unter anderem ein Häuschen zusammenlöten und so kreativ den Umgang mit dem Lötkolben ausprobieren.
Neben Jugendlichen auf der Suche nach Ausbildungs- und Studiengängen waren auch einige interessierte Senioren sowie vor allem viele Familien mit Kindern gekommen, bei denen es mit der Ausbildung noch etwas dauert. Dennoch war die Aktion für den Nachwuchs hilfreich. Andreas Breitenbach aus Wiebelbach kam unter anderem mit seinem Sohn. Dieser gehe in die sechste Klasse der Realschule und müsse sich für nächstes Jahr für einen Zweig entscheiden. Da seien die Einblicke in die Berufswelt eine Entscheidungshilfe für diese Wahl. Er finde die Aktion "Azubi for Future" sehr gut, so etwas bräuchte man öfter, betonte er.
Work-Life-Balance wichtiger als das Gehalt
Auch die Vertreter von Seho sprachen von qualitativ besseren Gesprächen und gezielteren Fragen der Gäste als im Vorjahr. Beim Unternehmen gab es neben Einblicken in die dort entwickelte Technik und die Berufe auch Spielerisches. Ramona Albert, kaufmännische Ausbilderin bei Seho, berichtete, besonders oft sei nach dem Thema Work-Life-Balance und die vier Tage Woche des Unternehmens auch für Auszubildende gefragt worden. Es habe auch klassische Fragen zu Berufsschule, Ablauf der Ausbildung und Tätigkeiten im späteren Beruf gegeben. Gerne genutzt worden sei auch ein Diagramm, das einen je nach Interesse zu bestimmten Berufsbildern führte. Nach dem Thema Gehalt sei hingegen nicht gefragt worden. Sehr gefragt waren bei Seho die IT-Berufe.
Neu dabei war die Lackiererei Schlegel, die Einblicke in ihre Werkstatt und das Unternehmen gab, auch in Besonderheiten wie die Messung eines neu eingebauten Rennfahrwerks. Außerdem zeigte ein Video eines Azubis aus dem ersten Lehrjahr, wie ein Auto lackiert wird. Das Team von Haprotec zeigte Ausbildungsangebote sowie den Neubau und bot spielerische Konzentrationsübungen an. Ebenso mit dabei waren Spessart Holz, Wahl und Mannl. Besonders gefragt war beim Spielgerätehersteller Spessart Holz das Spiel, bei dem der Greifarm eines Minibaggers gezielt bewegt werden musste, um ein Gegenstand zu verschiedenen Stellen zu bringen. Dabei bewies der Nachwuchs Talent. Mannl zeigte unter anderem Schmiedevorführungen.