Die Sonderausstellung im Lohrer Schulmuseum "Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Bilder aus dem Jahr der Kinder“ zeigt laut einer Pressemitteilung Schulwandbilder, Bücher und andere Gegenstände, die den Sommer zum Thema haben.
Stellt man einer Schulklasse bei einer Führung im Schulmuseum heute die Frage „Warum hatten Kinder früher im Sommer weniger Unterricht als im Winter?“, erhält man meistens folgende Antworten: Damit sie ins Schwimmbad konnten, damit sie länger draußen spielen konnten, um zum Eis essen zu gehen, um in Urlaub zu fahren.
Klärt man die Kinder dann schmunzelnd auf, dass das nicht stimmt und erzählt von den im Sommer anfallenden Arbeiten in der Landwirtschaft, bei denen die Kinder tatkräftig mithelfen mussten, schaut man in ungläubige und staunende Gesichter. Auch von Kartoffelferien haben heutige Schüler noch nie etwas gehört.
Zum Glück ist Kinderarbeit weltweit auf dem Rückzug, wie eine aktuelle Schätzung von ILO (Internationale Arbeitsorganisation) zeigt. So gab es im Jahre 2000 noch etwa 246 Millionen Kinderarbeiter, heute sind es etwa 152 Millionen, was bedeutet, dass immer noch weltweit jedes zehnte Kind arbeiten muss. Natürlich gibt es große regionale Unterschiede.
Hier in Deutschland sieht man schon an den oben genannten Reaktionen, dass die Zeit lange vorbei ist, als sich Schule und Unterricht den sozialen Zwängen und Missständen unterordnen musste.
Die Sonderausstellung im Schulmuseum zeigt anhand von Schulwandbildern, Büchern und Gegenständen aber nicht nur Kinder bei der Ernte von Getreide, Kartoffeln, Beeren und anderem Obst sowie bei der Pflege von Gärten, sondern macht mit einem alten Federballspiel, Puppen, Puppenkleidern, einem Waschbrett für die Puppenmutter unter anderem auch Spiele und seltene Freizeitvergnügen der Kinder im letzten Jahrhundert anschaulich.
Das Lohrer Schulmuseum ist von Mittwoch bis Sonntag und an allen gesetzlichen Feiertagen jeweils von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppen können auch nach vorheriger Absprache außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Museum besuchen. (Kontakt: Eduard Stenger, Zum Sommerhof 20, Lohr; Tel.: (09352) 4960 oder (09359) 317, E-Mail: eduard.stenger@gmx.net