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Oberndorf
Abwasserverband Esselbachgrund beschließt Haushalt und spricht über Möglichkeiten der künftigen Abwasserreinigung
Der Abwasserverband Esselbachgrund hat aktuell keine Schulden. 
Foto: Patrick Pleul/dpa | Der Abwasserverband Esselbachgrund hat aktuell keine Schulden. 
Ernst Dürr
Ernst Dürr
 |  aktualisiert: 03.04.2025 02:39 Uhr

In der Sitzung des Abwasserverbands Esselbachgrund (AVE) stellte Kämmerer Heiko Müller den Haushalt für das Jahr 2025 vor, den das Gremium einstimmig beschloss. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 398.794 Euro.

Im Verwaltungshaushalt ist die Betriebskostenumlage die mit Abstand größte Einnahmenposition. Sie beträgt 250.000 Euro und wird nach dem Trinkwasserverbrauch auf die beiden Mitgliedsgemeinden aufgeteilt. Esselbach trägt demnach im laufenden Jahr 2024 genau 59,85 Prozent, was einer Umlage von 149.629 Euro entspricht, Bischbrunn zahlt entsprechend 40,15 Prozent oder 100.371 Euro.

Demgegenüber stehen Ausgaben für den Betrieb der Kläranlage in Höhe von 172.672 Euro und Personalkosten in Höhe von 95.450 Euro. Bei den Sachkosten schlagen folgende größere Einzelmaßnahmen zu Buche: Energiekosten 32.500 Euro, Klärschlammentsorgung 30.000 Euro und Sachverständigenkosten 12.000 Euro.

Studie zu einem möglichen Anschluss an die Kläranlage Marktheidenfeld

Im Vermögenshaushalt fallen für die Verlegung des Ablaufgrabens 20.000 Euro an. Für die Anschaffung eines neuen Siebrechens inklusive Steuerung wird mit 45.000 Euro gerechnet. Für die Untersuchungen für einen möglichen Anschluss an die Kläranlage Marktheidenfeld entstehen Kosten in Höhe von 25.000 Euro und für die Erneuerung von Zaunanlage und Tor 15.000 Euro.

Neben einer Versicherungsleistung für den defekten Siebrechen in Höhe von 27.000 Euro speist sich der Vermögenshaushalt aus einer Rücklagenentnahme in Höhe von 103.612 Euro. Die Rücklagen belaufen sich Stand 1.1.2026 dann noch auf 287.950,60 Euro. Schulden hat der Verband keine.

Verschiedenen Anschluss-Varianten sind denkbar

Vorsitzender Wilhelm Väth gab einen Sachstandsbericht zur Studie zum möglichen Anschluss an die Kläranlage Marktheidenfeld. Den Auftrag hierzu hat die Firma GS-Wasser und Umwelt aus Höchberg. Der AVE betreibt eine eigene Kläranlage, in die bei einem Weiterbetrieb hohe Investitionen fällig würden. Als Alternative dazu soll ein Anschluss nach Marktheidenfeld geprüft werden. Dieser könnte entweder in Windheim oder in Glasofen erfolgen. Für das Esselbacher Industriegebiet Bärnroth und die Park- und WC-Anlage der Autobahn, die an die Kläranlage des AVE angeschlossen sind, wäre auch ein Anschluss über Michelrieth denkbar.

Alle Varianten sind aus technischer Sicht machbar, so ein erster Zwischenstand der Studie. Dies bedeute aber zunächst nur, dass die Abwasserfrachten vom AVE technisch an die potenziellen Einleitungsstellen in das Marktheidenfelder Netz gebracht werden könnten. Man wisse noch nicht, ob die Kanalquerschnitte dort für das Schmutzwasser aus den Gemeinden Esselbach und Bischbrunn ausreichen oder wo das im weiteren Verlauf der Fall wäre.

Beitritt zur "Klärschlammverwertung Main Tauber Aisch"

Nach den Untersuchungen des Gutachters steht nun auch eine durchgerechnete Zahl für die anfallende Abwassermenge fest. Diese entspricht 6.200 Einwohnerwerten, dem in der Wasserwirtschaft gebräuchlichen Vergleichswert für die in Abwässern enthaltenen Schmutzfrachten. Die konkreten Informationen zur Schmutzfracht und zu den potenziellen Einleitungsstellen werden nun der Stadt Marktheidenfeld mitgeteilt, die prüfen soll, ob sie das Abwasser aus dem Spessart aufnehmen könnte und welche grundsätzlichen Voraussetzungen dafür notwendig wären. Mit einer Antwort aus Marktheidenfeld wären dann für den AVE nächste Schritte planbar.

Ab dem Jahr 2032 wird die Phosphor-Rückgewinnung für alle Kläranlagenbetreiber verpflichtend. Dies soll zentrale für die Region erfolgen. Die Verbandsversammlung beschloss einmütig den Beitritt zur "Klärschlammverwertung Main Tauber Aisch". Die aktuell anstehende Klärschlammentsorgung soll wie in den Vorjahren wieder durch die Firma Klärschlammverwertung Wedel aus dem mittelfränkischen Ansbach durchgeführt werden. Dafür sind 30.000 Euro vorgesehen.

 
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