
Auch wenn erst im November vergangenen Jahres die letzte Bürgerversammlung in Effeldorf stattfand, konnte Bürgermeister Matthias Bielek am Montagabend schon wieder ein volles Haus im Sportheim zu eine Neuauflage begrüßen. Der zentrale Punkt diesmal: Die umfassende Dorferneuerung für den Stadtteil, die gegenüber vergleichbaren Verfahren eine wahre Wundertüte voller Neuerungen beinhaltet.
Sachgebietsleiter Marius Röder vom Amt für ländliche Entwicklung stellte die umfassende Dorferneuerung und die Besonderheiten in Effeldorf vor. Erster gravierender Unterschied ist der schnelle Einstieg in die Anfangsphase des Verfahrens. Was üblicherweise bis zu fünf Jahre dauert, die Aufnahme in das Arbeitsprogramm, das passierte in Effeldorf in wenigen Wochen. Neben der positiven Bewerbung, auch als Resultat der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", ist es vor allem das Pilotprojekt "digitale Bürgerpartizipation", die nicht nur für einen Turbo, sondern wohl auch für erheblichen Bürokratieabbau sorgt.
So entfallen Seminare zur Bürgermotivation, sind Planungsbüros für die ersten Schritte überflüssig, und auch die Arbeitskreise nicht nötig. Allerdings ist dafür die Mitarbeit der Bevölkerung gefragt. Aber diese Mitarbeit ist sicher erwünscht, denn die Maßnahmen der Dorferneuerung sollen nicht von Oben aufgesetzt, sondern von unten gewollt erfolgen. Damit nicht nur diejenigen, die immer mitmachen, sonder auch viele andere sich beteiligen, so Röder.
Nachdem die Erfassung des Bestandes durch ehrenamtlich engagierte Effeldofer abgeschlossen war, konnte noch am Montagabend von den Initiatoren des Pilotprojekts der Technischen Hochschule Deggendorf die Vorstellung und Einführung des entsprechenden Programmes erfolgen. Dazu wurde aufgezeigt, wie die Effeldorfer ihren persönlichen Zugang zum Programm einrichten können. In der Folge werden nun die Ideen für Maßnahmen gesammelt, die anschließend auf ihre Umsetzbarkeit und die Finanzierung geprüft werden.
Dann kann es mit der eigentlichen Dorferneuerung los gehen. Was wie finanziert wird ist noch offen, denn die Fördersumme wird jährlich festgelegt,, bei den öffentliche Maßnahmen muss die Stadt Dettelbach mitfinanzieren. Es werden, so Marius Röder, auch Privatprojekte im Altort Effeldofs gefördert, etwa Sanierungsmaßnahmen, Umbauten zu Wohngebäuden, dorfgerechte Neubauten oder auch Hofsanierungen.
Durch das Pilotprojekt könnte Effeldorf eine Vorreiterrolle einnehmen. Das Interesse am Projekt ist bereits groß, wie Röder von einer Vorstellung bei anderen Flurbereinigungsämtern in Bayern berichtete.