
Märzwanderung zu den Gipshügeln von Sulzheim
Am Treffpunkt in Castell hatten sich zwölf Wanderer zur gemeinsamen Fahrt nach Sulzheim eingefunden. Am Gips-Informationszentrum (GIZ) informierten wir uns kurz über die Bedeutung von Gips. Man ist erstaunt, wo überall Gips verwendet wird, zum Beispiel in Zahnpasta oder auch im Brot. Hauptanwendung findet er aber bei der Herstellung von Platten und diversen Baustoffen.
Von hier beginnt der etwa sieben Kilometer lange Rundweg. Er führt zuerst durch den Wald mit großen Flächen von Märzenbechern, etwas später im Jahr sind die Türkenbundlilien ein Hingucker. Man muss aber Glück haben, um welche zu sehen, denn für die Rehe sind sie eine Delikatesse. Weiter führt der mit einem "G" gekennzeichnete Weg vorbei an einem ehemaligen Gipsbruch, jetzt ein Biotop, zur Unkenmühle. Hier wurde bis in die Hälfte des 20 Jhd. auch Gips gemahlen, ein gutes zusätzliches Einkommen für den Müller. Dem Unkenbach folgend überquerten wir die aufgelassene Bahnlinie Schweinfurt – Kitzingen. Hier beginnt das Naturschutzgebiet mit den Gipshügeln. Diese sind durch Einbrüche entstanden, der Gips wurde ausgewaschen, es bildeten sich Dolinen, die einstürzten. Diese Hügellandschaft ist etwas Besonderes. Auf den Magerflächen wachsen verschiedene Blüher in großer Zahl. Küchenschellen, Traubenhyazinthen, Frühlings-Adonisröschen und Lerchensporn in verschiedenen Farben.
Gekennzeichnete Trampelpfade erschließen diese Hügel und geben Gelegenheit, diese Pracht an Pflanzen zu bewundern.
Nach dem ausgiebigen Betrachten der Pflanzen und des ganzen Geländes wanderten wir zurück nach Sulzheim. Im Restaurant Goldener Adler hatten wir für eine Rast reserviert
Über die Gipshügel wäre noch viel zu berichten, also selbst hinfahren und das Beondere erleben.
Das Schloss in Sulzheim, eine Kurzfassung: Ein burgartiger Hof ging 1134 an die neu gegründete Abtei Ebrach. 1693/94 erfolgte durch Dietzenhofer eine barocke Erneuerung. 1722 begannen die Bauarbeiten für das Barockschloss, eine dreiflügliche Anlage. 1815 ging Sulzheim mit Schloss an Thurn und Taxis. 1970 wurde es verkauft und ist heute im Privatbesitz.
Das Wetter spielte mit, kein Regen, viel Sonne und eine Temperatur um 17 °C waren ideal.
Von: Horst Hoffmann (Beisitzer, Steigerwaldklub Castell)
