
Vor einem Jahr hatte der Schwarzacher Gemeinderat die Entscheidung, wie die Außenfassade der neuen Grundschule Schwarzacher Becken künftig aussehen soll, vertagt. Am Dienstag musste wegen des Zeitdrucks bei einem Ortstermin auf der Baustelle eine endgültige Entscheidung gefällt werden. Mit 9:4 Stimmen entschied sich das Ratsgremium für gekantetes Alublech und gegen Zementputz mit Anstrich.
Bürgermeister Volker Schmitt, Planer Herbert Osel und die Ratsmitglieder nahmen sich viel Zeit, um die Baustelle komplett zu besichtigen. Auch Schulleiterin Charlotte Erk und die Verantwortlichen der Mittagsbetreuung nahmen an der Ortseinsicht teil. Eineinhalb Stunden marschierten die Inspekteure durch den Schalungsstützenwald und besprachen die Details der Planung.

Im August wird der Rohbau fertig sein, betonte Osel. Danach soll es mit dem Innenausbau der Räume losgehen. Man liege im Zeitplan, was bedeute, dass voraussichtlich im August 2022 die neue Schule bezogen werden könne. Dann werden die gemieteten Container, in denen aktuell die Mädchen und Jungen unterrichtet werden, der Vergangenheit angehören. Auch bei den Finanzen liege man im Soll, so der Projektleiter von hjp Architekten aus Würzburg. Rund 9,4 Millionen Euro verschlingt die Grundschule. "70 Prozent des Budgets sind bereits in Auftrag gegeben", freute sich Osel über die Entscheidungsfreudigkeit des Gemeinderats.
Wäre da nicht die Außenfassade, deren Beschaffenheit lange in der Diskussion stand. Eine Ausführung in Holz hatte der Gemeinderat im Juli 2020 abgelehnt und erst einmal keinen Beschluss gefasst. Zu dem Ortstermin am Dienstag hatte Osel eine Alternative zum Holz mitgebracht: Alublech, gekantet und dunkel eloxiert. 30 Euro sei das Blech günstiger als Holz, das etwa 390 Euro je Quadratmeter gekostet hätte. Tausend Quadratmeter sollen beplankt werden.

Mit Blick auf das ausgestellte Musterexemplar meinte Anette Hillenbrand: "Das gefällt mir gar nicht." Sie votierte für einen Putz "wie an der Schwarzach-Halle". Pro Alu sprach Hartmut Ratz: "Ich kann mir diese Metallstruktur gut vorstellen." Auch Georg Ruhsert war gegen Putz und Anstrich: "Das Blech hat das beste Preis-Leistungsverhältnis." Max Hegler sah das ähnlich: "Wir sollten dem Architekten vertrauen." Bürgermeister Schmitt gab zu bedenken, dass am Putz der Schwarzach-Halle bereits die Umrisse der Dämmplatten zu sehen seien. Auch habe man bereits Spechtlöcher an der Westfassade entdeckt.
Letztlich entschied sich die Mehrheit für eine Außenfassade mit Alublech, nachdem Osel Bedenken der Teilnehmer wegen Schäden durch Wespennester, Rasenmäher und Fußbälle ausgeräumt hatte. Das Alublech sei robust und lange haltbar, so der Planer. "Eine schwierige, aber demokratische Entscheidung", fasste das Gemeindeoberhaupt zusammen.
Bei der Gestaltung der Außenanlagen ist Osel dem Wunsch der Schulleitung "So viel Grün wie möglich" nachgekommen. "Wir wollen die Fläche künftig selbst gestalten können", rechtfertigte Schulleiterin Erk die große grüne Wiese. Der Pavillon soll dort zentrale Stelle sein, ein Holzpodest für Aufführungen und zum Hinsetzen wird gebaut. Die Kosten für die Gestaltung der Außenanlagen liegen laut Osel bei 508 000 Euro. Die Vorteile dieser Grünplanung für Bürgermeister Schmitt: "Die Busse, die Fahrräder und die Autos sind weg. So sind die Kinder safe." Der Gemeinderat befürwortete Osels Planentwurf einstimmig.
Da wäre die Alternative Wahl gewesen: Holz (hoher Pflegeaufwand), Plastik oder Stein (unbezahlbar).
Klassischer Zementputz (wie fälschlich im Artikel genannt) war keine Option, denn dazu müsste das Gebäude z.B. masssiv Ziegel sein.
Es bestand nur die Wahl zwischen dem dunkelbraunem Alublech und Styrodur mit Netz drauf geklebt und Feinputz obendrauf. Die Turnhallen-Lösung, bei der sich nach wenigen Jahren langsam erster Sanewrungsbedarf anbahnt. Da sollten wir mit Alublech die nächsten 50 Jahre Ruhe haben ...