Was der Gemeinderat im benachbarten Wiesentheid erst kürzlich einstimmig beschlossen hat, nämlich seine Beteiligung an einer Projekt-Entwicklungsgesellschaft für erneuerbare Energien im Landkreis Kitzingen, hat der Stadtrat Prichsenstadt mit 9:5 Stimmen abgelehnt. Die Gesellschaft widmet sich der Entwicklung von Wind- und Photovoltaikanlagen im Landkreis, und die Kommunen setzen auf ein koordiniertes Vorgehen zusammen mit den Energieversorgungsunternehmen N-ergie, ÜZ Mainfranken und LKW Kitzingen. Im Mittelpunkt steht dabei eine Mischung aus verschiedenen Technologien, um den Netzausbau und die erneuerbaren Energien hinsichtlich Zeitpunkt und Ort zu steuern.
Im Januar soll diese Gesellschaft gegründet werden, und Prichsenstadt hätte sich daran mit 12.500 Euro beteiligen sollen. "Eine Nachschusspflicht der Stadt Prichsenstadt zur Gesellschaftereinlage wird ausgeschlossen", hatte Bürgermeister René Schlehr noch in seinem Beschlussvorschlag formuliert. Der übrigens war für alle Kommunen des Landkreises, die sich in ihren Ratsgremien mit diesem Thema befasst hatten, gleichlautend. Eines der Ziele der Gesellschaft ist es auch, die Investitionskosten und somit in der Folge auch die Stromkosten für die Verbraucher der Region zu begrenzen. Weiterhin würde sich durch eine Konzentrierung auch der Flächenverbrauch deutlich in Grenzen halten.
Doch so wirklich erwärmen konnte sich im Stadtrat Prichsenstadt für diese Beteiligung an einer Gesellschaft, die am "Erreichen der Klimaschutzziele" arbeiten will, nur gut ein Drittel der anwesenden Ratsmitglieder. Zu groß war die Skepsis, dass mögliche Anlagen (Photovoltaik, Windräder) etwa in Marktbreit errichtet würden und die Stadt Prichsenstadt "nur" der Geldgeber sei.
Doch solche Anlagen, ergänzte Järkendorfs Ortssprecher Andreas Ebert, müssten halt dort gebaut werden, wo der Anschluss an das Stromnetz auch Sinn ergebe. "Was nutzen Windräder, wenn erst kilometerlange Leitungen neu gebaut werden müssen, um die gewonnene Energie zu übergeben?", so lautete seine rhetorische Frage. Doch alles Werben für einen Beitritt zur Gesellschaft half nichts, da eine deutliche Mehrheit das ablehnte.