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Sommerach
Mehr Gäste, ein neuer Verein, aber weiter viel Leerstand: Wo Sommerach noch Potenzial hat
Über zwei Stunden präsentierte Bürgermeisterin Elisabeth Drescher auf der Bürgerversammlung sämtliche Themen rund um Sommerach.
Foto: Martina Geerdes | Über zwei Stunden präsentierte Bürgermeisterin Elisabeth Drescher auf der Bürgerversammlung sämtliche Themen rund um Sommerach.
Martina Geerdes
 |  aktualisiert: 02.04.2025 02:38 Uhr

Auf großes Interesse stieß am Donnerstagabend die Bürgerversammlung in Sommerach. Knapp 200 Menschen aus der Winzergemeinde waren in die Turnhalle gekommen, um sich von Bürgermeisterin Elisabeth Drescher über die neuesten Entwicklungen in der Gemeinde informieren zu lassen. Gleich vier Gastreferenten unterstützen die Gemeindechefin.

Nach Angaben der Bürgermeisterin leben insgesamt 1571 Menschen in Sommerach. Zwölf Gemeindemitglieder sind 2024 gestorben, es gab 21 Geburten. 47 Paare ließen sich in Sommerach trauen, mit Abstand die meisten am Aussichtsturm.

Trotz vieler Bauprojekte und Investitionen muss die Gemeinde in den kommenden Jahren keine Schulden machen. Die Pro-Kopf-Verschuldung bleibt mit 2734 Euro jedoch hoch. Das neue Feuerwehrauto, der St.-Urban-Weg oder die Fertigstellung des Quartiers Winzerstraße waren die großen Investitionen. Mit einem kurzen Film führte die Bürgermeisterin die Anwesenden durch die Räumlichkeiten des Quartiers.

In Sommerach übernachteten mehr als 100.000 Gäste

Neun Prozent mehr Übernachtungen (109.000) als im Vorjahr konnte Sommerach verzeichnen. Gäste verweilen durchschnittlich drei Tage im Ort, so die Bürgermeisterin, was über dem bayerischen Durchschnitt liege. Bei den zahlreichen Vereinen im Ort bedankte sich Drescher für deren ehrenamtliches Engagement. Mit "Kulturm" ist ein neuer Verein hinzugekommen. Sein Ziel: die Räume im Schwarzacher Tor wieder mit Kultur und Leben füllen.

Fast 200 Menschen waren in die Turnhalle gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.
Foto: Martina Geerdes | Fast 200 Menschen waren in die Turnhalle gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Evi Mohr vom Architekturbüro Schlicht Lamprecht Kern gab einen Überblick über das Städtebaukonzept ISEK, das für bis zu 15 Jahre fortgeführt werden soll. Dazu wurden Gebäudesubstanz, Leerstand, Ortsbefestigung und der Stand der Grundversorgung aufgenommen. Die Einwohner konnten sich mit Bürgerworkshops beteiligen. Das Ergebnis: Vor allem der Leerstand zentraler Gebäude, fehlende soziale und räumliche Vernetzung der Wohngebiete und die brachfallenden Gärten wurden als Schwachpunkte definiert.

Was mit den sanierungsbedürftigen Häusern im Altort passiere, wurde die Bürgermeisterin gefragt. Die Gemeinde habe bei privaten Anwesen keine Handhabe, hieß es. Aktuell wird der Leerstand erfasst und gemeinsam mit einem Leerstandsmanager ein Konzept ausgearbeitet, um mit den Eigentümern in Dialog treten zu können.

Elisabeth Weimann vom Bauamt in Volkach informierte über die Sanierung der Denkmäler Winzerstraße 10 und 12. Aufgrund des beengten Baufelds habe man sich entschieden, mit der Sanierung der Häuser erst im Anschluss an das Quartier zu starten. Geplant ist jetzt, mit der Nummer 10 zu starten, einem Haus der Begegnung für die Vereine und mit zusätzlichen Büroräumen. Wenn dieses Projekt im August 2026 abgeschlossen ist, soll die Sanierung der Winzerstraße 12 folgen; dort ist die Bücherei vorgesehen.

Im neuen Baugebiet soll es mehr kleinteilige Wohnungen geben

Den Stand zum Neubaugebiet präsentierte Jennifer Goesmann von arc.grün. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sei im ersten Schritt abgeschlossen, es werde aber nach dem Gemeinderatsbeschluss zum Vorentwurf eine zweite Beteiligungsrunde geben. Am Grundkonzept mit vielseitigen Wohnformen wurde festgehalten, erhöht wurde die Zahl kleinteiliger Wohnungen, um Wohnraum für jede Altersgruppe zu schaffen. Für eine Umsetzung mit gesamtheitlichem Charakter suche man gezielt nach Bauträgern oder Wettbewerbsverfahren.

Für das Neubaugebiet soll es ein Wärmenetz geben, an das auch angrenzende Bereiche angeschlossen werden können. Geheizt wird mit Hackschnitzeln. Was die Parkplatzsituation im Neubaugebiet angeht, so war die Antwort der Bürgermeisterin eindeutig: "Es ist kein Platz für zwei Autos. Im Schnitt wurden 1,5 Fahrzeuge pro Haus gerechnet."

Tobias Schneider von Arz Ingenieure gab einen Einblick in die Hochwasserthematik, Verkehrsführung und das Kanalsystem im Neubaugebiet. Gemessen am hundertjährlichen Hochwasser in Sommerach bestehe für die Häuser dort keine Gefahr. Eine Ringstraße soll den Verkehr durch das Neubaugebiet leiten. Sie soll durch Grüninseln unterbrochen werden. Die Versickerung von Regenwasser ist nicht umsetzbar, darum werden verschiedene Varianten zur Rückhaltung geplant.

 
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