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Kitzingen
Kunst am Objekt oder wilde Schmierereien? Der Kitzinger Amtsrichter sieht die Sache humorlos
Künstlerisch wertvoll war die Aktion eines 17-Jährigen in der Kitzinger City nicht, dafür aber strafbar. Die unbedachten Schriftzüge kommen den Jugendlichen teuer zu stehen.
Mit einem Filzstift war ein junger Mann in der Kitzinger Innenstadt unterwegs und hinterließ hartnäckige Kritzeleien auf allerlei Gegenständen (Symbolbild).
Foto: Markus Drossel | Mit einem Filzstift war ein junger Mann in der Kitzinger Innenstadt unterwegs und hinterließ hartnäckige Kritzeleien auf allerlei Gegenständen (Symbolbild).
Sigfried Sebelka
Siegfried Sebelka
 |  aktualisiert: 12.02.2024 04:59 Uhr

"Verzierungen" mit einem Permanentmarker oder auch Edding-Stift auf einem Automaten, einem Verteilerkasten und einem Dixi-Klo haben einen 17-Jährigen vor das Kitzinger Amtsgericht gebracht. Gemeinsam mit drei weiteren Jugendlichen war der junge Mann vor allem in Kitzingen unterwegs gewesen und hatte den Namen seines Lieblingssängers und einer Band hinterlassen. Diese "Dummheit" kostete ihn jetzt 300 Euro und acht Sozialstunden. Und das ist vermutlich noch nicht alles.

"Das war dumm", sagte er bei seinem Auftritt vor Jugendrichter Wolfgang Hülle. Man sei im September 2022 abends zwischen 18 und 20 Uhr zu viert durch die Stadt gezogen. In einem Drogeriemarkt habe er sich einen Permanentmarker gekauft. "Ich male gern", erzählte er dem Richter. In diesem Fall hatte er sich für seine künstlerische Ader aber den falschen Untergrund ausgesucht. Zwei Sachbeschädigungen räumte er ein. Bei den weiteren Fällen will er den Eddingstift seinen Kumpels zur Verfügung gestellt haben, die sich dann selbst verwirklichten. Den Namen der weiteren "Künstler" konnte oder wollte er nicht nennen.

Von seinen damaligen "Freunden" hat er sich losgesagt

Mit den "Freunden" von damals habe er nichts mehr zu tun. "Die sind mir in den Rücken gefallen", sagte er, ohne näher darauf einzugehen. Die Sachbeschädigungen und der entstandene Schaden von etwa 500 Euro blieben allein an ihm hängen.

Die Geschichte wäre über ein im Jugendrecht mögliches sogenanntes Diversionsverfahren aus der Welt zu schaffen gewesen – ohne Verhandlung. Doch das scheiterte an der fehlenden Mitwirkung des angehenden Kaufmanns. So traf man sich vor Gericht. Dort kam es zwar zu keinem Urteil, aber in die Tasche greifen muss der junge Mann dennoch. Richter Hülle stellte das Verfahren gegen Auflagen ein. Unterm Strich kostet den 17-Jährigen die Aktion acht Sozialstunden, die er in dem schon erwähnten Verfahren abgeleistet hat, und noch einmal 300 Euro. Eine Schadenersatzforderung von bis zu 500 Euro könnte noch folgen.

 
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  • Ute Schlichting
    Unterm Strich kostet den 17-Jährigen die Aktion acht Sozialstunden, die er in dem schon erwähnten Verfahren abgeleistet hat, und noch einmal 300 Euro. Lächerlich. Zahnbürste in die Hand und er soll seinen Mist selber weg Putzen.
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