
Am Dienstag feierte Fritz Heißwolf aus Rüdenhausen seinen 90. Geburtstag. Bürgermeister Gerhard Ackermann ließ es sich nicht nehmen, dem Jubilar persönlich zu gratulieren – nicht nur aus dienstlicher Verpflichtung, sondern auch aus persönlicher Wertschätzung. Ackermann zählt zu den vielen, die bei Heißwolf das Musizieren erlernten. Bereits 1963 gründete dieser den Posaunenchor in Rüdenhausen und leitete den Klangkörper über mehr als 40 Jahre. "Die meisten Musiker habe ich selbst ausgebildet, auch den Gerhard. Viele von ihnen spielen heute noch", sagte Heißwolf stolz, als Reiner Bachner, einer seiner ehemaligen Schüler und der heutige Chorleiter, ihm seine Glückwünsche überbrachte.
Mehr als 120 Kindern und Jugendlichen brachte Heißwolf das Musizieren bei, darunter auch seine drei eigenen Kinder. Für sein Engagement im Bereich der Musik erhielt er einige Auszeichnungen, unter anderem das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Daneben sang Heißwolf lange Zeit im Chor beim Rüdenhäuser Singverein. Schon früh spielte die Musik eine große Rolle in seinem Leben. Als 13-jähriger lernte der Jubilar Trompete. Noch heute hat die Blasmusik für den geistig regen Senior einen hohen Stellenwert. An seinem Geburtstag erzählte er stolz, dass er die Ehre hatte, den großen Ernst Mosch persönlich kennenzulernen.
Fritz Heißwolf wurde im kleinen mittelfränkischen Dorf Mörlbach geboren, wo er auf einem Bauernhof aufwuchs. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf des Landwirts und sollte ursprünglich den elterlichen Hof übernehmen, entschied sich letztlich jedoch dagegen. Sein beruflicher Werdegang führte ihn unter anderem als Gastwirt und Tankwart durch verschiedene Stationen, bevor er sich 1961 bei einer Versicherung in Nürnberg bewarb. Dort war er insgesamt 40 Jahre tätig, unter anderem als Leiter einer Filialdirektion.
Durch seine Frau Lieselotte kam er nach Rüdenhausen. Er lernte sie während seiner Anstellung in der Landwirtschaft des Fürstenhauses in Castell kennen. 1961 heirateten sie, und 1963 begann der Bau ihres Hauses in Rüdenhausen. Musik spielte in der Familie Heißwolf eine bedeutende Rolle; alle drei Kinder sind bis heute sehr musikalisch. Fritz Heißwolf war früher leidenschaftlich gerne auf Reisen. Neben Ausflügen mit dem Posaunenchor quer durch Europa, genoss er vor allem das Bergwandern in Österreich. Heute widmet er sich mit Freude der Pflege des großen Gartens auf seinem Anwesen. Sein Geheimnis für ein langes Leben beschreibt er so: "Ich kann immer nur sagen, macht Musik." Er ist dankbar für jeden Tag, den der Herrgott ihm und seiner Frau schenkt. An diesem Samstag wird im Gemeindezentrum in Wiesentheid groß gefeiert - mit den drei Kindern, fünf Enkeln, Freunden und natürlich mit Musik.