
Das Jahr 2024 wird die Feuerwehr Hohenfeld so schnell nicht vergessen. Kommandant Jürgen Dorsch bilanzierte 16 Einsätze in allen Bereichen, vor allem aber die Fluthilfeeinsätze in der Stadt nach dem Starkregen Anfang Juni.
Zunächst stand der Ortsbereich im Blickpunkt, denn von der Bergkirche kommend wurde die Straße nach Sickershausen überflutet. Wasser wurde in den See abgeleitet, doch der uferte plötzlich aus und das Wasser ergoss sich in Richtung Wohnbebauung. Kaum wieder frei gemeldet, wurde die Feuerwehr zum Esbach-Hof nach Kitzingen gerufen, wo mit Kollegen aus Marktbreit der Keller leer zu pumpen war. Die Inhaberfamilien wurde am Boden zerstört vorgefunden, das Eintreffen der Feuerwehr habe Hoffnung gegeben, es wurde viel Dankbarkeit gezeigt. Nebenan war die Firma WSG komplett überflutet, Container schwammen wie Boote umher.
Die Feuerwehr zog dann um in die Breslauer Straße, wo Aufzugsschächte leer zu pumpen waren. Gerade damit fertig, ging es zurück nach Hohenfeld, wo fünf Hangabrisse an der Mainstraße abzurutschen drohten, Gebäude waren zu evakuieren. Dankbar nahmen die meist am Limit angekommenen Floriansjünger Getränke und belegte Brote als Zeichen der Wertschätzung entgegen. Besonderen Dank äußerte Dorsch für die Einladung der Stadt zum Stadtschoppen sowie je einem Gutschein für Einsatzkräfte für ein halbes Hähnchen mit Pommes vom Restaurant Esbach-Hof.
Stadtteilwehren ziehen an einem Strang
Neben dem Jahresrückblick war das neue Feuerwehrhaus, dessen Standort noch nicht endgültig feststeht, Thema in der Versammlung. Der Standort Spielplatz als Wunschort des Bauamtes sei vom Tisch, die Feuerwehr warte auf den Spatenstich.
Oberbürgermeister Stefan Güntner erinnerte, wie am 2. Juni 2024 das Stadtfest abgesagt und auf Regen gewartet wurde – jedoch nicht in dieser Menge. Er lobte die Wertschätzung, die betroffene Bürger der Feuerwehr entgegenbrachten. Zudem würdigte er deren Kinder- und Jugendarbeit. Zum Feuerwehrdomizil erklärte er, es gebe zwei Grundstücke, jedoch nicht im Eigentum der Stadt. Für den Haushalt 2026 stellte er Geldmittel in Aussicht, orientiert am Feuerwehrhaus in Hoheim.
Kreisbrandrat Dirk Albrecht hob hervor, dass auch Sonderfälle wie im Katastrophenschutz erfolgreich gemeistert werden. Er schilderte zudem, wie er die Katastrophennacht im Stab erlebte. Stadtkommandant Kevin Gimperlein erinnerte daran, dass alle Stadtteilfeuerwehren an einem Strang ziehen.
Vorsitzender Frank Weidt bezifferte die Zahl der Mitglieder mit 72, davon 36 aktiv. Als Jahreshöhepunkte beschrieb er die Verabschiedung von Pfarrerin Ester Zeier und die Amtseinführung von Pfarrer Simon Gahr sowie die Kirchweih.
Jugendwart Richard Weidt und seine fünf Jugendlichen nahmen vorwiegend an Ausbildungen zusammen mit Jugendlichen aus anderen Stadtteilen teil. Die Kinderfeuerwehr mit zehn Kindern wird von Tanja Heiser geführt, Spiel und Spaß begleiten erste Übungen.
Viele Stunden Freizeit investiert
Stellvertretende Landrätin Susanne Knof nahm zusammen mit Kreisbrandrat Dirk Albrecht die Ehrungen vor und unterstrich, dass die staatliche Ehrung einen Meilenstein im Feuerwehrleben darstelle. Alle verdienten Auszeichnungen, denn alle hätten viele Stunden Freizeit investiert. Dennoch werde der ehrenamtliche Einsatz oft erst wahrgenommen, wenn jemand selbst der Hilfe bedürfe. Ehrenamtliche würden sogar ohne Unrechtsbewusstsein und Respekt behindert. Dass beim Anruf auf 112 die Feuerwehr komme, werde als selbstverständlich hingenommen.
Geehrt wurden: Oliver Höhn für 40 Jahre, Sabine Degan und Edmund Neuerer für 25 Jahre und Florian Schwab für 20 Jahre. Die Fluthelferehrennadel erhielten Daniel Bartscht, Christian Beyer, Lukas Degan, Sabine Degan, Uwe Degan, Dirk Dietze, Jürgen Dorsch, Stephanie Dorsch, Michael Enck, Gerhard Freitag, Michael Gräßer, Gerd Heiser, Tanja Heiser, Michael Herzberger, Armin Keßelring, Fabian Keßelring, Stefan Keßelring, Dieter Köberlein, Martin Köberlein, Rene Lutz, Edmund Neuerer, Christian Neuhöfer, Stephen Sattes, Thomas Schmitt und Florian Schwab.