
Als Prävention gegen Rechtsextremismus verstand sich der beeindruckende Vortrag von Manuel Bauer, einem Aussteiger aus der rechtsextremistischen Szene.
Im Rahmen der Projekttage kam er an das Gymnasium Marktbreit und zog die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen in einem vierstündigen Vortrag in seinen Bann. Der ehemalige Rechtsextremist konnte anschaulich die Gedankenwelt und Ideologie der Neonazis vorstellen, war er doch selbst in den 90er Jahren in Sachsen ein führender Kopf der rechtsextremistischen Bewegung. Er erzählte den Schülerinnen und Schülern, wie es dazu kam, dass er jegliche Empathie verlor und Gewalttaten beging. Basierend auf seiner Biografie zeigte er auf, wie autoritäre Strukturen, in seinem Fall eine Kindheit im diktatorischen Regime der DDR gepaart mit dem wirtschaftlichen Niedergang und Orientierungslosigkeit im Zuge der Wende ihn und viele Jugendliche aus seinem Umfeld zu Neonazis werden ließen. Durch ideologische Schulungen rutschte er immer tiefer in die Szene ab und wurde selbst zu einem führenden Teil. Im Gefängnis habe er begriffen, dass es ein "Weiter so" nicht geben könne. Er stieg im Jahr 2005 aus. Unterstützt wurde er dabei von der Organisation Exit, die ihn seither begleitet.
Es gelang ihm, ein neues Leben aufzubauen. Seine wichtigste Botschaft für die Schülerinnen und Schüler lautet, Vorurteile abzubauen, den Menschen zu sehen und menschlich zu handeln. Er fasst dieses Anliegen mit den Worten zusammen: Benutzt eure Hände, um anderen aufzuhelfen und nicht dazu, mit den Fingern auf sie zu zeigen. Im Anschluss an den Vortrag stellten die Schülerinnen und Schüler noch lange interessierte Fragen. Möglich wurde die Durchführung der Veranstaltung durch die finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs Kitzingen sowie des Freundeskreises des Gymnasium Marktbreit.
Von: Maria Stegmann (für das Gymnasium Marktbreit)