
21 Jahre lang feierten die Segnitzer jeweils am zweiten Juliwochenende in Anlehnung an ihren Spitznahmen ihr Brotrauschfest. Dann folgte das Mainfest, insgesamt eine Erfolgsgeschichte, die heuer ihr 35. Jubiläum feiern kann. Aus diesem Anlass lud das Festgremium zu einem Bilderabend unter dem Motto "Die Anfänge des Brotrauschfestes" ins Segnitzer Dorfgemeinschaftshaus ein.
Norbert Bischoff, Gründungsmitglied der Festgemeinschaft von 1990, hatte die Feste stets bildlich festgehalten. Bevor er eine Auswahl seiner Bildersammlung zeigte, berichtete er, wie und warum das Fest entstanden ist. Vor Brotrausch, erinnerte er, gab es im Ort nämlich eher nur kleine Vereinsfeste. Lediglich das Pfarrgartenfest, das allerdings ab 1989 nicht mehr stattfinden konnte, brachte nahezu die gesamte Dorfgemeinschaft zusammen. Daraus entstand die Idee, ein gemeinsames Fest der drei Vereine Turnverein, Gesangverein und Schützengesellschaft zu organisieren.
Nach anfänglichen zähen Verhandlungen bei der ersten Zusammenkunft sprang aber der Funke für ein überörtliche Fest über, als der Name "Brotrausch" fiel. Das Brotrauschfest zeigte sich aber nicht nur als reines Verköstigungsfest, wobei die Segnitzer Salatteller bis heute zu den Highlights gehören. Mit Salatlehrpfaden, Ausstellungen und Betriebsführungen konnte man auch zeigen, was Segnitz kulturell und wirtschaftlich zu bieten hat. Bischoff wies zudem auch auf die Bedeutung des Festes für das Dorf hin.
Abgesehen von den Einnahmen, die sich die Vereine teilen durften, hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die nun seit 35 Jahren Bestand hat. Darüber hinaus ist aus dem weißen Fleck in der touristischen Landschaft ein Fest- und Kulturort geworden. Ob es ohne das Fest heute in Segnitz ein Museum oder die kulturelle Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit gäbe, ließ er im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus offen.
Mit einem virtuellen Gang durch 21 Brotrauschfeste wurden anschließend viele Erinnerungen wach, vor allem auch an Festhelfer, die heute nicht mehr dabei sein konnten. Abschließend gab Karsten Schober, der Chef der Festgemeinschaft, den Termin für das Mainfest im Juli bekannt.
Von: Norbert Bischoff (Pressewart Festgemeinschaft TV GV SG Segnitz)
