Liebe Leserin, lieber Leser! Am 7. Oktober begehen die Arbeitnehmerverbände und die Gewerkschaften den „Tag der menschenwürdigen Arbeit“. Dieser Tag soll uns darauf aufmerksam machen, dass menschenwürdige Arbeit nicht selbstverständlich ist und in vielen Bereichen in Deutschland und weltweit missachtet wird.
Moderne Sklaverei in der Textilproduktion und auf Bananenplantagen sowie die Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen beim Rohstoffabbau prägen immer noch den Alltag in der globalen Wirtschaft.
Jeden Tag verunglücken 6400 Arbeiter und Arbeiterinnen tödlich, weil Unternehmen keinen angemessenen Schutz gewährleisten. Die Anzahl „moderner Sklaven“ wird weltweit auf 46 Millionen geschätzt. Auch in Deutschland sind ausbeuterische Arbeitsverhältnisse auf Großbaustellen, in der Pflege und in der Fleischindustrie immer noch häufig anzutreffen.
Viele können trotz eines Jobs kein menschenwürdiges Leben führen. Unbezahlte Überstunden, Löhne, von denen man nicht leben kann, ausbeuterische Kinderarbeit, Gesundheitsschäden und fehlendes Recht auf gewerkschaftliche Organisation gehören für viele Menschen zum Alltag. Klar, da sind Politik und Arbeitgeber gefragt. Aber auch wir, jeder einzelne.
Papst Franziskus hat darauf hingewiesen, dass die Globalisierung zu Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen am eigenen Arbeitsplatz aber auch weltweit geführt hat. Hier gilt es, sich zu solidarisieren, um sich für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt einzusetzen. Das fängt im eigenen Betrieb an und geht weiter für den Einsatz weltweit. Foto: Christopher Issling