Der offizielle Spatenstich zum Neubau einer gemeindlichen Wohnanlage wurde am Dienstag in Knetzgau vollzogen. Im Gebiet Dülbig soll mit zehn staatlich geförderten Mietwohnungen die Wohnungsnot in Knetzgau gemildert werden. „Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum für kleine Familien, Ehepaare, Singles und Alleinerziehende“, sagte Bürgermeister Stefan Paulus und ergänzte, dass der private Wohnungsmarkt oftmals überhitzt sei, was natürlich auch Auswirkungen auf die Mieten habe. Mit Hilfe eines staatlichen Förderprogramms, wolle man die Situation entschärfen.
Für die zehn Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen werden Mieter berücksichtigt, die aufgrund ihres Einkommens für Sozialmietwohnungen in Betracht kommen. Die Miethöhe wird sich an Sätzen orientieren, die das Jobcenter Hartz IV-Empfängern gewährt. Die anerkannte Miete im Landkreis liegt zur Zeit je nach Wohnungsgröße zwischen 5,33 Euro bei größeren Wohnungen und 5,98 Euro pro Quadratmeter bei kleineren Wohnungen. Bürgermeister Paulus bittet jedoch zum jetzigen Zeitpunkt, von Anfragen abzusehen. Wenn der Bezugstermin feststeht, werde die Gemeinde offiziell den Auftakt der Bewerbungsphase mitteilen. Es gebe noch keine Warteliste, so dass alle Wohnungssuchenden die gleiche Chance hätten. Die künftigen Mieter werden unter sozialen Gesichtspunkten ausgewählt. Auch ein bis zwei Flüchtlingshaushalte sollen in dem Neubau Platz finden.
Gesamtkosten 1,75 Millionen
Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa 1,75 Millionen Euro. Matthias Noll von der Regierung von Unterfranken bezifferte die staatliche Förderung mit 30 Prozent. Auch der Wert des Grundstücks, das bereits im Eigentum der Gemeinde Knetzgau ist, wird ebenfalls mit dem gleichen Prozentsatz gefördert. In Summe beträgt der Zuschuss aus dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm 494 000 Euro. Weitere 900 000 Euro werden der Gemeinde als Darlehen mit einem Zinssatz von 0,99 Prozent und 30 Jahren Zinsbindung gewährt. Zehn Prozent der Kosten muss die Gemeinde aus Eigenmitteln aufbringen, wobei der Wert des Grundstücks berücksichtigt werden kann. Nach Ablauf von 20 Jahren ist die Gemeinde an keinerlei Auflagen gebunden und könnte das Gebäude auch verkaufen.
Als beispielgebendes Projekt bezeichnete Markus Kuhn, Geschäftsführer des Planungsbüros K & U GmbH aus Haßfurt, dieses Bauvorhaben des sozialen Wohnungsbaus. Im Ausschreibungsverfahren habe mit der Baufirma Krauser aus Oberhohenried ein zuverlässiger Partner berücksichtigt werden können. Die Fertigstellung ist nach momentanem Stand zum Ende des nächsten Jahres geplant.