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Bamberg
Spannendes Werk im Diözesanmuseum: Mongolischer Künstler setzt neuen Akzent auf die Kaisergewänder
Präsentation des Kunstwerks 'Bishop's Robe' von Gerelkhuu Ganbold (Mongolei) im Diözesanmuseum Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl und Museumsleiterin Carola Marie Schmidt enthüllten das Kunstwerk.
Foto: Dominik Schreiner | Präsentation des Kunstwerks "Bishop's Robe" von Gerelkhuu Ganbold (Mongolei) im Diözesanmuseum Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl und Museumsleiterin Carola Marie Schmidt enthüllten das Kunstwerk.
Marion Krüger-Hundrup
 |  aktualisiert: 03.04.2025 16:39 Uhr

Was zunächst exotisch oder sogar abwegig klingt, ist nichts anderes als ein faszinierender Brückenschlag zwischen zwei Kulturen: einer Vereinigung meisterhafter christlicher Ikonographie mit buddhistischer Maltradition. Diese Symbiose in Gestalt einer mit Acryl bemalten Holzwerkzeugkiste können nun Besucher des Diözesanmuseums in Bamberg aufnehmen.

Erzbischof Herwig Gössl und Museumsleiterin Carola Marie Schmidt enthüllten am Dienstag vor Ehrengästen und Pressevertretern das außergewöhnliche Kunstwerk "Bishop's Robe" des renommierten mongolischen Künstlers Gerelkhuu Ganbold. Es ist ein neuer Akzent auf die weltweit einzigartigen hochmittelalterlichen Kaisergewänder. Oder eine "Intervention mit Gegenwartsbezügen in einem großen Raum", wie Birgit Kastner, Leiterin der Hauptabteilung Kunst und Kultur im Erzbischöflichen Ordinariat, bemerkte.

Die promovierte Kunsthistorikerin hatte im Sommer 2024 die Kunstmühle Mürsbach im Landkreis Bamberg besucht. Anlässlich 50 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei wurde dort Gegenwartskunst aus beiden Ländern gezeigt. Galerist Thomas Eller kuratierte diese Schau.

Eine 100 Jahre alte bemalte Holzkiste fiel der Historikerin ins Auge

Zu den Exponaten gehörte eben jene bemalte 100 Jahre alte Holzkiste aus der Mühle Mürsbach, die Birgit Kastner ins Auge fiel. Zumal der 1988 geborene Künstler Gerelkhuu Ganbold nach einem Aufenthalt im Bamberger Diözesanmuseum mit seiner feinen Malerei Anleihen an den berühmten Kaisergewändern genommen hatte: mit viel Goldfarbe, mit einem eingeritzten Bischof in einer Robe, die an den Sternenmantel Kaiser Heinrichs II. erinnert.

Der Künstler Gerelkhuu Ganbold hat mit seinem Werk 'Bishop's Robe' Anleihen bei den berühmten Kaisergewändern genommen.
Foto: Marion Krüger-Hundrup | Der Künstler Gerelkhuu Ganbold hat mit seinem Werk "Bishop's Robe" Anleihen bei den berühmten Kaisergewändern genommen.

Der Bischof mit Mitra trägt eine Fackel und blickt zu einem drachenartigen Wesen empor, das aus Wolken hervortritt. Beide Elemente verschmelzen kunsthistorische Kontexte des Christentums mit traditionellen Mongol-Zurag-Techniken in der Tradition buddhistischer Malerei.

Seit den 1990er-Jahren erlebt der Mongol Zurag eine Renaissance

Der Mongol Zurag ist eine moderne Kunstrichtung, die um 1920 begründet wurde und in eine Zeit der Befreiung der Mongolei von der Vorherrschaft der chinesischen Manchu-Dynastie fiel. In der Zeit der kommunistischen Volksrepublik der Mongolei war der Mongol Zurag – wörtlich: mongolische Malerei – verboten worden und erlebt erst seit den 1990er-Jahren eine Renaissance.

Der Mürsbacher Galerist Eller zeigte sich bei der Vernissage erfreut, dass das Werk "Bishop's Robe" von Gerelkhuu Ganbold im Diözesanmuseum eine "dauerhafte Bleibe gefunden" habe. Das Exponat ist laut Birgit Kastner zunächst bis zur geplanten Neukonzeption der Dauerausstellung als zeitgenössisches Objekt im Saal der Kaisergewänder zu sehen.

 
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