
Dekanin Anne Salzbrenner hatte am vergangenen Sonntag zur Frühjahrssynode 2025 nach Maroldsweisach geladen. Auf dem Programm standen die turnusmäßige Wahl des Dekanatsausschusses und des Präsidiums der Dekanatssynode. Dabei setzt sie auf Halt im Glauben in Zeiten von Wandel und Turbulenz. Am Nachmittag stand fest, wen sie in den kommenden sechs Jahren an ihrer Seite hat und was die Gewählten erwartet.
Bereits ihre Predigt am Vormittag ließ erkennen, wo Salzbrenner aktuell wunde Punkte in der Gesellschaft sieht: "Immer besser, stabiler, schöner, reicher: das funktioniert nicht mehr." Das Leben verändere sich schneller, als es uns lieb ist und dies auf dramatische Weise: ob es nun Kriege sind, oder, dass ein amerikanischer Präsident davon spricht, dass es Grönland, wenn es sein muss auch militärisch, in die USA eingliedern will. Und Gottes Schöpfung? "Im Blick auf den Klimawandel werden wir ohne drastische Veränderungen im Energiebereich nicht weit kommen." Das multikulturelle Leben, die globalisierte und technische Welt, all das mache Angst. Diese Angst vor dem vielen Neuen sei auch der Grund, warum Menschen nationalistisch denken und die AFD für eine wirkliche Alternative zu den herkömmlichen Parteien hielten.

Fester Halt durch Gemeinschaft
Aber manches in der Welt könnte sich beruhigen: wenn wir uns stärker auf unsren Gott und die Gemeinschaft, die er begründet, besinnen würden. Wenn Menschen auf den Halt zurückgreifen, den christliche Gemeinden geben können. In einer christlichen Gemeinschaft könne man prinzipiell davon ausgehen, dass hier Maßstäbe herrschten, die mit liebevoller Hand geschrieben wurden. "Gerade dann, wenn man unterschiedliche Ansichten in der Welt hat." Der christliche Glaube sei immer eine Verbundenheit im Hier und Jetzt, "weil wir Geschöpfe des einen Gottes sind. Nicht nur Christen wurden von Gott geschaffen, sondern der Mensch!"

Veränderungsprozesse seien allgegenwärtig. Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern sieht einen strukturellen Wendepunkt erreicht und stimmt alle Dekanate auf einige Eckpunkte ein. So die Frage nach den Aufgaben kirchlicher Einrichtungen, Strukturen und Gebäude: "Was können wir für unseren Auftrag vor Ort gut gebrauchen, was müssen wir erhalten? Was können wir uns nicht mehr leisten?"
Erwartet wird auch das Zusammenlegen von Kirchengemeinden. Dies bündle Kräfte, Gebäude könnten gemeinsam finanziert und Verwaltungsaufgaben vereinfacht werden. Hierfür seien Eigenverantwortung, guter Mut und Umsicht gefordert. "Wir ermutigen dazu, hier in der kommenden Wahlperiode Schritte der nachbarlichen Zusammenarbeit, Kooperation und Vereinigung zu gehen." Und nicht zuletzt sei die Reduzierung der Anzahl von Dekanatsbezirken geplant. Den Zusammenschluss von Rügheim, Schweinfurt und Bad Neustadt verfolgt sie als Denkmodell. Salzbrenner: "Ein Großcoup statt Verwaltungskrempel."

Salzbrenner zeigt sich voller Tatendrang. "Vertrauen Sie mir, es ist nicht immer das Böse dahinter." Die 61-jährige hat ein bestimmtes persönliches Ziel vor Augen: "Ich will, dass die Gemeinden gut versorgt sind, wenn ich gehe." Und die Dekanin möchte Klarheit: "Es ist nicht das Wort zum Sonntag, sondern das Wort zum Abschluss: Fragen Sie, was Sie nicht verstehen."
Der neue Dekanatsausschuss setzt sich wie folgt zusammen: Dekanin Anne Salzbrenner, Pfarrer Jan Lungfiel, stellvertretender Dekan, Charlotte Seitz , Gerhard Winkler (beide Präsidium), Pfarrerin Sonja von Aschen, Pfarrer Thomas Prusseit, Pfarrer Holger Manke, Pfarrerin Kathrin Wagner, Sven Sander, Anne-Katrin Meiners-Gottschall, Alfred Austel, Helmut Dietz und Luise Schirmer. Ersatz: Claudia Schwab, Jutta Forstmeier, Beate Giebfried, Albrecht Strümpfel und Pfarrer Màtyàs Beke.
