
Nachdem sich die gesetzlichen Vorgaben zur Errichtung von Windkraftanlagen geändert haben, läuft derzeit die Änderung des Regionalplans Main-Rhön im Kapitel Energieversorgung. Hier geht es um die neue Festlegung von Vorrangflächen. Wo solche nicht ausgewiesen sind, kann auch keine Planung von Windkraftanlagen stattfinden.
Der Stadtrat von Eltmann hatte in seiner jüngsten Sitzung keine Einwände dagegen, dass nördlich und nordöstlich von Stettfeld ein Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen wird. Weil es in der Gemarkung der Stadt und der Statteile wohl eher keine Möglichkeiten geben wird, Windkraftanlagen zu installieren, hat sich Eltmann in Sachen erneuerbare Energien bisher auf Blockheizkraftwerke und das Hackschnitzelheizwerk konzentriert, jetzt auch die erste Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kindergartens Weisbrunn errichtet. Dass zum Mix der Erneuerbaren auch Windkraft gehört, ist im Gremium unbestritten.
Dem Vorhaben des regionalen Planungsverbandes, die Fläche bei Stettfeld im Zuge der Teilfortschreibung des Regionalplans als Vorranggebiet auszuweisen, stimmte der Stadtrat zu.
Biogas gewinnen und aufbereiten
Viel Wasser wird in der Produktion bei der Papierfabrik Palm eingesetzt: Um dieses zu reinigen, gehört zur Fabrik eine große Kläranlage. Das verbleibende Abwasser, das nicht wieder dem Betriebskreislauf zugeführt wird, fließt in den Main. Zuvor durchläuft es eine Biologische Reinigungsanlage mit zwei Straßen aus Belebungsbecken und Nachklärbecken, mit Sandfiltern und Belebungsbecken.
Um mehr Effizienz zu erreichen, soll die Kläranlage nun ertüchtigt werden, indem zwei anaerobe Reaktoren den Belebungsbecken vorgeschaltet werden, in denen die Abwassereinigung unter Luftabschluss erfolgt. Die Belebungsbecken können dann in der Schwachlaststufe betrieben werden, gleichzeitig wird Biogas gewonnen, das zu Biomethan aufbereitet und ins öffentliche Gasnetz eingespeist werden soll.
Wesentliche Eckpunkte sind bereits geklärt
Nach dem Umbau benötigt die Anlage weniger Energie für die Belebung, Biomethan wird erzeugt, der Bedarf an Chemikalien wird reduziert, und es fällt weniger Klärschlamm an. Die Einspeiseanlage für das Biomethan wird Bayernwerk errichten, sie ist nicht Gegenstand des Antrags.
Über das Vorhaben hatte Werkleiter Andreas Reichert den Stadtrat schon im Sommer vergangenen Jahres unterrichtet, nun lag der Antrag auf Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vor.
Der Stadtrat erteilte sein gemeindliches Einvernehmen unter der Maßgabe, dass die am Verfahren beteiligten Fachbehörden keine Bedenken äußern. Mit diesen, vor allem dem Landratsamt fanden bereits Vorgespräche statt, deshalb sind die wesentlichen Eckpunkte bereits geklärt.