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Untermerzbach
Bürgerversammlung Untermerzbach: Ein Netz wird gebaut, ein anderes saniert
Ende März starten die Tiefbauarbeiten, mit denen sich die Gemeinde Untermerzbach ein eigenes Glasfasernetz legt.
Foto: Pia Bayer | Ende März starten die Tiefbauarbeiten, mit denen sich die Gemeinde Untermerzbach ein eigenes Glasfasernetz legt.
Pia Marion Bayer
 |  aktualisiert: 26.03.2025 02:36 Uhr

Die Hälfte der wenigen Fragen, die die Einwohner aus Untermerzbach am Ende ihrer Bürgerversammlung an Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) stellten, betrafen Details zum Breitbandausbau. Diskussionen gab es keine. Zuvor hatte Dietz einen Überblick über vergangene und anstehende Projekte von der Kita bis zu den Steuereinnahmen und von den Straßen bis zum Müllaufkommen gegeben.

Neben dem Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes, der Ende des Monats im Gemeindeteil Memmelsdorf startet, stellen die Kommune dabei vor allem drei weitere große Themenkomplexe vor Herausforderungen: die Energie- und Wärmewende, der ab 2026 gesetzlich vorgeschriebene Anspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder und anstehende Arbeiten am Wasser- und Abwassernetz samt Sanierung der Kläranlage bei Kaltenbrunn.

In die Jahre gekommen

Mit dem Punkt "Wasser" begann dabei die Präsentation des Bürgermeisters. Immer wieder halten Reparaturen am bestehenden Leitungsnetz Wasserwart Steffen Schmidt auf Trab, für den Dietz nur lobende Worte fand. Auch kommende Woche stehen demnach Arbeiten an: In Memmelsdorf werden Armaturen ausgetauscht und Schäden wie feste Schieber sowie durchlässige Hauptregler behoben.

Ein Wasserkataster befindet sich im Aufbau. Für die Einrichtung eines Fernwirksystems soll in Kürze ein Angebot eingeholt werden, sodass Störungen an Pumpen, Brunnen und dem Leitungsnetz dann schneller und digital auslesbar werden. Ende nächsten Jahres läuft zudem die aktuelle Genehmigung zur Trinkwasserentnahme für die Brunnen der Gemeinde aus. Diese muss entsprechend neu beantragt werden.

Was das Kanalnetz zum Abwasser betrifft, stehen in diesem Jahr Sanierungen in Obermerzbach und in der Brunnenleite in Untermerzbach an. "Das ist ein Teil, wo nachgearbeitet werden muss", betonte Dietz zum letztgenannten Abschnitt. Mehrfach gab es hier bereits Rohrbrüche, die Keramikrohre aus den 1950er/1960er Jahren liegen teils "auf wenig Sand oder gar keinem".

Planungen mehrfach nachjustiert

Zum Thema Kläranlage berichtete Dietz, dass die Planungen mehrfach nachjustiert werden mussten, weil sich in der Zwischenzeit immer wieder Vorgaben geändert hatten. Jetzt allerdings sei man soweit. Bis Ende März soll die Globalberechnung vom Wasserwirtschaftsamt geprüft sein. Die Höhe der Kosten für die Sanierung der Kläranlage wird derzeit auf 5,44 Millionen Euro geschätzt.

Ein ähnlich hoher Betrag werde zusätzlich für weitere Bauwerke vor beziehungsweise nach der Kläranlage nötig. So hatte es Dietz bereits in der letzten Gemeinderatssitzung des vergangenen Jahres verlauten lassen. In der Bürgerversammlung betonte er aber auch: "Verwertbare Zahlen werden erst mit den Ausschreibungsergebnissen vorliegen."

Viele Gedanken macht man sich schon jetzt, wie der ab 2026 geltende gesetzliche Anspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder umgesetzt werden soll. Der betrifft nicht nur die Nachmittagsbetreuung in Schulzeiten, sondern auch eine Betreuung in Ferienzeiten. Zudem müssen die Kommunen ihn aus eigener Tasche schultern – und das bei immer klammer werdenden Kassen.

Geld und doch kein Geld

Dank guter Gewerbesteuereinnahmen liege Untermerzbach dabei zwar eigentlich "an der Spitze" der finanzkräftigen Kommunen im Landkreis, erklärte Dietz und hinterlegte das mit konkreten Zahlen. "Aber das bedeutet auch, dass wir eine entsprechende Kreisumlage zahlen müssen", machte der Bürgermeister weiter deutlich. Weiter sagte er: "Das Ganze wird sich nächstes Jahr noch mal zuspitzen." Denn: "50 Prozent unserer gesamten Einnahmen geben wir an den Kreis." Im nächsten Jahr soll die Umlage laut Dietz noch um mindestens weitere zwei Prozent steigen. Sein mahnender Appell in Richtung der übergeordneten Regierungs- und Verwaltungseinheiten: "Man muss versuchen, die kommunale Familie zu unterstützen, damit der Investitionsstau nicht zu groß wird."

Themen, die bereits seit 16 Jahren immer wieder auf den Präsentationsfolien des Bürgermeisters zu finden sind, waren auch diesmal dabei: der fahrlässige Umgang mancher Hundehalter mit Kotbeuteln in der Flur, die Pflicht von Grundstückseigentümern zum Rückschnitt von Überhängen in den Verkehrsraum und die Reinhaltung von Straßen und Gehwegen.

 
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