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Bad Kissingen
So kann nachts beim Licht gespart werden
„Würde Licht schreien, wäre es nirgendwo die ganze Nacht an“ – Dieses Zitat von Referent Manuel Philipp machte die Zuhörer und Zuhörerinnen klar, wo das Problem liegt, heißt es in der...
Referent Manuel Philipp brachte viele anschauliche Beispiele, was jeder einzelne und die Kommunen bei der Auswahl und Installation an Lichtquellen verbessern können. Er schätzt, dass ein Drittel der Lichtmenge und damit auch der Stromkosten im öff...       -  Referent Manuel Philipp brachte viele anschauliche Beispiele, was jeder einzelne und die Kommunen bei der Auswahl und Installation an Lichtquellen verbessern können. Er schätzt, dass ein Drittel der Lichtmenge und damit auch der Stromkosten im öffentlichen Bereich eingespart werden können.
Foto: Elisabeth Assmann | Referent Manuel Philipp brachte viele anschauliche Beispiele, was jeder einzelne und die Kommunen bei der Auswahl und Installation an Lichtquellen verbessern können.
Redaktion
 |  aktualisiert: 01.04.2025 01:11 Uhr

„Würde Licht schreien, wäre es nirgendwo die ganze Nacht an“ – Dieses Zitat von Referent Manuel Philipp machte die Zuhörer und Zuhörerinnen klar, wo das Problem liegt, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bundes Naturschutz .

Wenn wir ins Bett gehen und trotzdem die Straßenlaternen leuchten, die Gartenstrahler, die Weihnachtsbeleuchtung weiter flimmert, schreit kein Insekt auf, das sich an den Laternen verglüht, bis zur Erschöpfung im Kreis fliegt. Aber für wen muss die Beleuchtung nachts an sein?

Autos fahren in der Regel mit eigener Beleuchtung und da braucht es keine hohen Straßenlaternen, um die Straßen auszuleuchten. Für Fußgänger könnten besser Bewegungsmelder für Beleuchtung sorgen. Noch radikaler: Wenn es regnet, muss ich meinen eigenen Schirm mitnehmen, warum nicht auch meine eigene Beleuchtung in Form einer Taschenlampe? Hier gab der Referent viele Denkanstöße.

Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung zwischen Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen und den Heiligenfeldkliniken Bad Kissingen in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen hielt Manuel Philipp, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation „Paten der Nacht“, einen Vortrag mit dem Titel „Das Ende der Nacht?“.

Philipp verdeutlichte, dass die heutigen Leuchtmittel im Vergleich zu früheren Jahren nicht nur 6000-mal kostengünstiger, sondern auch 1400-mal effizienter geworden sind. Dies führe dazu, dass das günstige Licht in Hülle und Fülle eingesetzt wird. In letzter Zeit hat sich weltweit die Helligkeit alle acht Jahre verdoppelt. Lichtglocken bilden sich nicht nur um Großstädte, auch auf dem Land schreitet die Nachtbeleuchtung fort.

Hierdurch sterben jährlich 500 Milliarden Insekten weltweit, so Manuel Philipp. Dies wirke sich auf das Ökosystem des gesamten Planeten aus. Damit fehlt den Vögeln die Nahrung, die Fische werden vom Laichen abgehalten, die Pflanzen und Bäume verändern ihr Wachstum, kommen sogar mit den Jahreszeiten durcheinander.

Der Vortragende zeigte auf, was zur richtigen Beleuchtung und der optimalen Ausrichtung der Leuchtmittel zu beachten ist und dass man hierbei noch Strom spart. Dafür hat er anschauliches Lampenmaterial mitgebracht und einen kurzweiligen, informativen Vortrag gehalten.

Er appelliert an die Kommunen, über ihre Satzungen Regulierungen zum Schutz der Nacht zu fassen. „Wer braucht, wer sieht Beleuchtungen nach 22 Uhr? Himmelstrahler (von unten nach oben leuchtende Strahler) lassen Bäume früher Blätter entwickeln, bestrahlen den Himmel. Hier sollte gezielt beleuchtet werden, möglichst mit wenig Blauanteil und viel Gelbanteil.

Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen Franz Zang wies auf die lange Tradition der Kooperationsveranstaltungen hin, die immer wieder Themen ansprechen, die für die Umwelt und den Menschen wichtig sind, und dankte Heiligenfeld für diese Zusammenarbeit seit 2012.

Die Leiterin der Heiligenfeldakademie Anita Schmitt freute sich ebenfalls über den fruchtbaren Austausch, dankte dem Referenten und lud am Schluss zum Austausch untereinander ein. Hier konnten die über 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen die offenen Fragen in geselliger Runde mit Snacks und alkoholfreien Getränken miteinander diskutieren.

Weitere Termine

Im Rahmen des Umweltbildungsprojekts wird es weitere Veranstaltung zum Thema Lichtverschmutzung geben. So wird es Nachtfalterführungen, ein Mitmachprogramm in der Nacht der Bibliotheken am 4. April in Hammelburg, Begehungen im Stadtpark in Bad Kissingen , Sternenführungen, Nachtspaziergänge und einen weiterer Vortrag zum Thema Flugverhalten von Nachtinsekten und Lichtquellen geben.

Der Landkreis Bad Kissingen befindet sich im Sternenpark Rhön. Dessen Motto „Licht aus, Sterne an!“ unterstützt die BN-Kreisgruppe mit ihrem Arbeitskreis. Mitstreiter und Mitstreiterinnen sind jederzeit willkommen. Näheres hierzu unter bad-kissingen.bund-naturschutz.de oder auch im gedruckten Jahresprogramm der BN-Kreisgruppe. Weitere Infos zum Thema des Vortrags unter: paten-der-nacht.de/

In der Rhön finden wieder Sternenparkwochen vom 25. Juli bis 17. August 2025 statt. In dieser Zeit dreht sich alles um den Zauber des Sternenhimmels und die Bedeutung des Schutzes der Nacht. Auch hier beteiligt sich die BN-Kreisgruppe zum Beispiel am 14. August im Anschluss an die Poesie der Nacht auf der Trimburg. red

 
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