Das Hennebergmuseum und die Museumsfreunde präsentieren gemeinsam eine Kunstausstellung, die an Gerald Kriedner erinnert. "Gerald 1940 - 2018 - der Maler G. Kriedner" lautet der Titel. Sie stellt Leben und Werk des Malers Gerald Kriedner vor. Der Künstler hatte die letzten Jahres seines Lebens in Münnerstadt verbracht, zuvor hatte er für mehrere Jahre in Steinach gelebt. Die Ausstellung ist vom 17. August bis 29. September in den Ausstellungsräumen des Deutschordensschlosses zu sehen. Die öffentliche Vernissage der Sonderausstellung findet am Freitag, 16. August, um 19 Uhr statt.
Kuratoren der Ausstellung sind Museumsleiter Nicolas Zenzen und für die Museumsfreunde Hartmut Hessel, ein Bekannter und Freund des Künstlers. Viel Unterstützung erhalten beide aber auch von Fritz Kriedner, dem Bruder des verstorbenen Künstlers. Er und seine Frau Gesine verwalten den Nachlass und stellen aus ihrem Fundus Werke zur Verfügung. Weitere Bilder, die ausgestellt werden, sind Leihgaben von privat oder stammen aus städtischem Besitz.
Es sei eine Art Retrospektive, die präsentiert wird, erklärt Nicolas Zenzen. Allerdings ist es keine umfassende Rückschau auf Kriedners Werk, denn es werde ein Ausschnitt seines gesamten Schaffens geboten, die Malerei . Die ältesten Bilder, die im Deutschordensschloss zu sehen sein werden, stammen au den frühen 1970er Jahren. Die neuesten entstanden um 2010, so ein unvollendetes Bild der Dresdner Frauenkirche, das im Schloss auf der Staffelei steht, die Gerald Kriedner über viele Jahre beim Malen genutzt hat.
Nicolas Zenzen hat Gerald Kriedner nicht mehr persönlich kennengelernt. Als Zenzen im Mai 2018 nach Münnerstadt kam, war der Künstler bereits gestorben. Als die Idee einer Ausstellung an ihn herangetragen wurde, habe er aber spontan zugesagt. Durch Kriedners Bilder und aus Erzählungen seines Bruders und der Münnerstädter Freunde hat Zenzen bereits einiges über den Maler erfahren. "Er hat sehr viel nachgedacht über die Gesellschaft und ihre Probleme". Dieses Nachdenken wurde in Bildern verarbeitet. Es gehe in den Werken immer wieder um Gewalt. Diese sei sehr präsent, erklärt Zenzen. Aber auch Auswüchse der Konsumgesellschaft werden künstlerisch angeprangert.
Ganz anders Kriedners Aquarelle , die ebenfalls ausgestellt werden. "Die sind einfach schön", stellt Zenzen fest. Kriedner habe diese als Balsam für seine Seele bezeichnet. Es sind oft sanfte, fast poetische Landschaften - Bildwerke, die außerhalb der Galerien und Museen gerne von privat erworben wurden und heute auch in Münnerstädter Häusern die Wände zieren.
Rund 50 Werke Gerald Kriedners werden im Deutschordensschloss zu sehen sein. Präsentiert werden sie in den Ausstellungsräumen sowie die Aquarelle im Trauzimmer des Schlosses.
Gerald Kriedner wurde am 1. August 1940 in Maxen bei Pirna geboren, lernte handwerkliche Berufe und studierte später am Kunstseminar der Ruhruniversität Duisburg unter anderem bei Josef Beuys. Reisen führten ihn in die ganze Welt, sein vielfach ausgezeichnetes Werk war bei Ausstellungen im In- und Ausland (zuletzt schwerpunktmäßig in China) zu sehen.