
Dass die Zeiten auch für die Gemeinde nicht leichter werden, das zeigte Bürgermeisterin Judith Dekant bei der Bürgerversammlung in Rothhausen auf. Die pro Kopf-Verschuldung von null Euro wird in den kommenden Jahren der Vergangenheit angehören, prognostizierte sie schon mal.
Immerhin hat sich die Einwohnerzahl etwas stabilisiert, nachdem im Vorjahr 25 Bürger weggezogen sind. 2024 standen 17 Zuzügen nur elf Wegzüge entgegen, sowie zwei Geburten ein Sterbefall. Dennoch gibt es aktuell nur noch 342 Hauptwohnsitze in Rothhausen . 2019 waren es noch 418 Einwohner.
Mit der Ausweisung des neuen Baugebietes Sonnenhang II soll dem entgegengewirkt werden. Dies sei dringend nötig, da immer wieder Bauanfragen abgewiesen werden mussten, so Judith Dekant . 27 Bauplätze in bester Lage sollen entstehen.
Erst am Tag der Bürgerversammlung erreichten die ausgearbeiteten Pläne des Planungsbüros Kirchner die Bürgermeisterin , die nun vier Wochen öffentlich in der VG zur Einsichtnahme ausgelegt werden. Wegen eines EU-Gerichtsbeschlusses musste das Genehmigungsverfahren komplett neu aufgerollt werden, was zu einer Verzögerung von etwa zwei Jahren geführt hat.
Abriss der Milchsammelstelle
Nach dem Abriss des alten Feuerwehrhauses mitsamt ehemaliger Milchsammelstelle soll noch in diesem Jahr ein kleiner Platz in der Ortsmitte geschaffen werden, der auch den Einstieg in Busse des ÖPNV erleichtert.
Die Fahrzeughalle für die Feuerwehr Rothhausen soll in diesem Jahr neu gebaut werden. Für entfernte Bäume werden vier Ersatzpflanzungen vorgenommen. Abgerissen wird die ehemalige Gefrieranlage, die nicht mehr zu sanieren ist.
Hergestellt wurde der Radweganschluss über die Lauerbrücke, der seinerzeit beim Radwegbau „vergessen“ wurde, nun aber zu Lasten der Gemeindekasse geht.
Wildes Parken der Polizei melden
Mit großen „P“-Buchstaben musste am Sonnenhang das Parken geregelt werden, nachdem es durch wildes Parken und durch das Abstellen von Anhängern zu gefährlichen Verkehrssituationen gekommen war.
Gefragt wurde nach Sanktionsmaßnahmen bei Verstößen. Diese könne die Gemeinde nicht ahnden, erklärte die Bürgermeisterin , entsprechende Beobachtungen seien direkt an die Polizei zu melden.
Einschreiten musste die Polizei auch wegen Vandalismus am Spielplatz. Wegen Scherben im Sand musste der Bauhof die Grube komplett absieben.
Ausbesserungen am Leitenweg stehen auf der Abarbeitungsliste für dieses Jahr.
Bezüglich Glasfaseranschluss habe die Telekom als Termin September 2027 genannt. Bis dahin sollen alle im vorgesehen Gebiet liegenden Anwesen angeschlossen werden.
Für die kommunale Wärmeplanung haben kleinere Gemeinden eine Frist bis Mitte 2028. Vorbehalte gibt es schon jetzt, vor allem von Haushalten mit neuer Wärmepumpe oder mit guter Holzversorgung, die keine Notwendigkeit für eine zentral gesteuerte Wärmeversorgung sehen.
Die Bürgermeisterin mahnte Gelassenheit an. Zunächst sollte erst einmal das Urteil eines Fachplaners abgewartet werden. Dieser soll in Zusammenarbeit mit dem Markt Maßbach ab 2027 seine Arbeit aufnehmen.
Bäume aus dem Streuobstpakt
Die Gemeinde darf 100 Obstbäume aus dem Bayerischen Streuobstpakt bestellen, wie die Bürgermeisterin berichtete. Diese werden ab Ende April im Bauhof bereit gehalten. Über das Bewerbungsvorgehen informieren die Gemeindenachrichten.
Nach wie vor ein ärgerliches Thema ist der Hundekot in der Natur. Trotz eindringlicher Aufforderung an die Besitzer, diesen zu beseitigen, sei keine Besserung eingetreten, wurde moniert. Abhilfe sollen nun Kotbeutel schaffen.
Nachdem in Bayern keine geeigneten Windkraftflächen mehr zur Verfügung standen, mussten die Abstandsflächen verringert werden, was wieder Bewegung in die Standortdebatten brachte.
Auf Rothhäuser Gemarkung seien jedoch keine Rotoren geplant oder Flächen vorgesehen, antwortete Judith Dekant auf Nachfrage. Eine weitläufige „Umzingelung“ drohe dennoch, da Flächen im Bildhäuser Forst wohl bebaut würden und auch Flächen im Dreieck Stadtlauringen – Thundorf – Theinfeld, sowie zwischen Oberlauringen und Sulzfeld in Frage kämen.
Zum Thema Biberverbiss erklärte die Bürgermeisterin , dass es sich beim Ransbach in Thundorf um ein Gemeindegewässer handle, die Lauer in Rothhausen jedoch in die Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamtes falle.

