Bereits abgeschlossen schienen die Personal-Planungen beim FC Fuchsstadt – bis vor gut einer Woche erstmals Lukas Wenzel beim Training des Nordwest-Landesligisten erschien. In der vergangenen Saison war der 25-Jährige noch Stammkeeper beim Regionalligisten FC 05 Schweinfurt , mit dem sich der gebürtige Steinacher allerdings nicht auf einen neuen Vertrag hatte einigen können. Warum der beidfüßige und beim 1. FC Nürnberg ausgebildete Torwart sein neues Engagement nicht als Rückschritt sieht, erläutert Lukas Wenzel im Gespräch am Rande des Mini-Turniers beim FC Westheim. Erster Gegner dort: ausgerechnet der FC 05 Schweinfurt .
Nachdem Ihr Vertrag zum Ende der vergangenen Saison beim FC 05 Schweinfurt nicht verlängert worden war, durfte man gespannt sein auf Ihre nächste Station. Auf den FC Fuchsstadt hätte man eher nicht getippt…
Lukas Wenzel: Das kann ich verstehen. Und dass ich in Fuchsstadt gelandet bin, war auch eher zufällig und beruflich bedingt. Ich hatte mich auf eine freie Stelle bei einer Firma in Bad Kissingen beworben. Der Geschäftsführer dort ist auch Vorstandsmitglied beim FC Fuchsstadt, was ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht wusste. Wir kamen ins Gespräch und eins kam zum anderen.
Sie haben beim FC 05, davor aber auch in Aubstadt und bei Lok Leipzig in der Regionalliga gespielt. Gab es denn keine Angebote aus diesem Leistungsbereich?
Doch, zu den Sportfreunden aus Lotte hätte ich gehen können, die in die Regionalliga West aufgestiegen sind. Aber ich sehe einen Teil meiner sportlichen Zukunft auch als Trainer in meiner Torwartschule, die mir sehr am Herzen liegt. Ich gebe zu, dass ich mich da in einem Zwiespalt befunden habe. Mit einem Wechsel nach Lotte wäre die Arbeit als Torwart-Trainer nicht vereinbar gewesen.
Wie umfangreich ist denn diese Arbeit?
Sehr umfangreich. Bei Kickers Würzburg trainiere ich insgesamt zwölf junge Keeper der Altersklassen U15 bis U19. Das ist eine richtig geile Aufgabe mit viel Verantwortung im dortigen Leistungszentrum unter Roland Hack. Zudem bin ich am Dallenberg Co-Trainer im U19-Team. Daneben habe ich ja noch meine private Torwart-Schule mit Hauptsitz in Bergrheinfeld. Ich kann jetzt in der Region bleiben, habe klare Aufgaben und spiele immerhin noch Landesliga. Das passt.
Kann man denn auch als Torwart-Trainer Karriere machen?
Warum nicht? Ich will in der Region etwas aufbauen und sehe mich längerfristig sicher nicht nur im Juniorenbereich. Im November mache ich in Oberhaching meine Trainer-B-Lizenz. Diese ist die Basis für den speziellen B- und A-Schein für Torwarttrainer. Das geht dann Schlag auf Schlag in der Ausbildung.
Wie nah dran waren Sie in der Vergangenheit an Ihrem neuen Verein?
Nicht besonders nah. Mein erster Ansprechpartner war natürlich Dominik Halbig, den ich ja beim FC 05 näher kennengelernt habe. Aber die Jungs haben mir es sehr leicht gemacht. Mannschaft und Trainer sind ambitioniert und der Verein ist familiär geführt. Ich bin happy, so gut aufgenommen worden zu sein. Aber ich bin selbstbewusst genug zu sagen, dass ich mit meiner Art Fußball zu spielen die Mannschaft auch voranbringen will.