
Überall wird gefegt, gepflanzt und gewerkelt. Die Natur erblüht und der Frühling ist schon sichtbar. Auffallend sind die Aktivitäten ab dem Bike Park, beginnend nach dem Rewe , unterhalb des Hammelburger Freibades entlang, bis zum Gelände der Baustelle Schulcampus.
Rückzugsort für Tiere
Dort arbeitet die Grüne Gruppe der Lebenshilfe Hammelburg . Voller Freude und Stolz schaffen die Mitarbeiter hier Rückzugsorte für Tiere. Das ist keine leichte Arbeit. Wurzelstöcke und grobes Totholz , große Steine, Äste und Sand müssen gut miteinander verbunden werden, um so der Tierwelt sicheren Schutz und Rückzugsorte zu schaffen. Eidechsen und Blindschleichen werden sich auch ansiedeln. Zauneidechsen legen im Frühsommer ihre Eier in den von der Sonne leicht erwärmten Sand. Die Eier werden quasi von der Sonne ausgebrütet. Oder sie nutzen die Steine zum Sonnenbaden.
Die Blindschleiche – keine Schlange, sondern eine völlig harmlose Eidechse – liebt schattige Plätze im Geäst.
Totholz ist sehr lebendig. Verschiedenste Pilz und Bakterienarten zersetzen das Totholz . Es dauert einige Jahrzehnte bis das Holz zu Mulm zerfällt und zu Humus wird. Ameisen, Spinnen, Wildbienen, Wespen, Käfer, Meisen und Spechte nutzen das weiche Holz für den Bau der Bruthöhlen. Abgestorbene Stämme sollte man unbedingt stehenlassen – ganz besonders dann, wenn sie Höhlen haben.
Auf der Saaleinsel mussten aus Sicherheitsgründen einige große Bäume gekappt werden. Etwa drei bis fünf Meter pro Stamm blieben stehen und werden für viele Jahre, unzähligen Insekten und Vögel wichtigen Lebensraum und Nahrung bieten.
Auch im eigenen Garten können Totholz-Biotobe relativ einfach entstehen. Dazu sollte man alte Bäume nicht einfach fällen, sondern lediglich die Äste abtrennen und den Stamm stehen lassen.
Biologische Vielfalt erhalten
Diese Lesesteinhaufen mit Totholzstruktur sind Bestandteil des Bebauungsplanes „Hochstein-Süd, Schulcampus“ in der 1. Änderung des Bebauungsplanes „Sportzentrum-Neufassung“. Interessierte sollten die Biotope nur aus sicherer Entfernung beobachten, um den so geschaffenen Lebensraum nicht zu stören.
