
Die Sitzung des Gemeinderats startete mit einem Vortrag zum Zwischenstand der in Auftrag gegebenen Wärmeplanung. Die Gemeinde hatte den Auftrag für diese vorgeschriebene Maßnahme an Bayernwerk vergeben. Tobias Eckardt von Bayernwerk informierte gemeinsam mit Michael König vom beauftragten Subunternehmen Frequentum über den aktuellen Zwischenstand der übernommenen Aufgabe. Er stellte das Ziel der kommunalen Wärmeplanung dar. Es geht dabei um eine angestrebte klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Es werden mögliche Handlungsfelder für die Kommune vorgeschlagen.
Dazu soll ein Plan für eine kosteneffiziente und nachhaltige Entwicklung dienen. Bürger sollen wissen, welche Möglichkeiten der Wärmeversorgung es in ihrem Ort gibt und für die Gemeinde sollen Handlungsfelder vorgeschlagen werden. Die Wärmeplanung schafft Rahmenbedingungen für die Wärmeversorgung der Zukunft. Sie ist keine Umsetzungsplanung und ist auch keine Verpflichtung zum Bau eines Wärmenetzes.
Vor Ort nutzen 67 Prozent Heizöl
Beginnend mit Werten aus 1990 zeigten die Berater eine stete Entwicklung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch. Während der Anteil in Deutschland 1990 noch unter fünf Prozent lag, stieg dieser 2023 auf 51,8 Prozent bei der Stromerzeugung.
Momentan befindet sich die Wärmeplanung im Prozessschritt der Eignungsprüfung und Bestandsanalyse. Aktuell ist Heizöl mit 67 Prozent der größte Energielieferant in Ramsthal . Es folgt Biomasse (Holz, Pellets etc.) mit 15 Prozent. Umweltwärme aus der Luft hat einen Anteil von nur einem Prozent und Solar/Geothermie bringt vier Prozent. Daneben werden noch Strom (sieben Prozent) und Flüssiggas (sechs Prozent) für die Wärmeversorgung verwendet.
Ziel der zukünftigen Wärmeversorgung soll es sein, vom Verbrauch von Rohstoffen wegzukommen. Bei der Potentialanalyse ermittelten die Planer die Möglichkeit, dass in Ramsthal 63 Prozent der Gebäude mit einer Luftwärmepumpe beheizt werden könnten. Alternativ kämen auch Grundwasserwärmepumpen für einige Objekte in Betracht.
Beim Einsatz von Photovoltaik besteht nach dem Energieatlas.bayern.de ein Potenzial von 6849 MWh, welches bislang zu 10,5 Prozent genutzt wird. Auch der Einsatz von Solarthermie zur Warmwassererzeugung wird in seinen Möglichkeiten dargestellt. In den dargestellten Modellen ist erkennbar, dass bis 2045 eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien machbar ist. In einem Kernbereich des Ortes wird die Schaffung einer Nahwärmeversorgung als möglich erachtet.
Informationsveranstaltung geplant
Als nächste Aufgabe steht die Entwicklung von Zielszenarien durch die Planer an. Dann folgt die Umsetzungsstrategie. Michael König vom Subunternehmen Frequentum meinte im Hinblick auf die zukünftige Heizungsplanung: „Die Förderung geht weiter – Es ist ein guter Termin, die Ölheizung rauszuschmeißen“. Inzwischen kämen Wärmepumpen auch für Gebäude ohne Fußbodenheizungen und schlechtere Wärmedämmung in Frage. „Der Trend geht zum Strom, weil es am günstigsten ist“, merkte er abschließend an.
Für die Bürgerinnen und Bürger soll im Rahmen der weiteren Planung eine Informationsveranstaltung stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig veröffentlicht.
Punkt für Punkt aus dem Gemeinderat:
Wettbewerb: Christine Pfaff, die Kommunalbetreuerin von Bayernwerk , hat Ramsthal die Teilnahme an der „Dorfheldentour“ mit TV Mainfranken eröffnet. Wenn Ramsthal an dem Wettbewerb teilnimmt, besteht die Möglichkeit, 3000 Euro zu gewinnen. Die Teilnahme ist für Teams aus der Gemeinde möglich, die sich einer Wette stellen, die es am 5. Juni 2025 zu erfüllen gilt. Die Aktion dient der Förderung der Gemeinschaft und des Zusammenhalts in den teilnehmenden Gemeinden und wird bayernweit mit lokalen TV-Sendern durchgeführt. Gruppen und Vereine aus der Gemeinde sind vom Bürgermeister zur Teilnahme aufgerufen worden. – Gemeinderat Roland Herterich stellte das Interesse der Ramsthaler an einer solchen Veranstaltung infrage. Klaus Kemmer regte die Schaffung eines Leitungsteams an.
Bauanträge : Der Bauantrag für einen Anbau an das Wohnhaus Siedlung 28 wurde durch den Gemeinderat ebenso genehmigt wie die beantragten Befreiungen hinsichtlich Dachform und Dachneigung. Auch der beantragte Anbau von Florian Wahler für eine Erweiterung der Vorbereitungsküche und Kühlräume fand Zustimmung.
Windenergie : In der letzten Sitzung hatte Bürgermeister Rainer Morper die vorgesehene Fortschreibung des Regionalplans hinsichtlich der für Windenergie vorgesehenen Gebiete im Südosten der Gemarkung angekündigt. 2. Bürgermeister Andreas Neder stellte nun als Vertretung von Morper den Plan mit allen Anmerkungen und Vorgaben noch einmal vor. Gemeinderat Sebastian Wieber regte an, zu klären, welche zeitliche Überschneidung einer Baumaßnahme mit dem Bau der Südlink-Stromtrasse möglich ist. Ihm geht es wohl um eine schnelle Realisierung möglicher Windpark-Projekte in diesem Bereich. Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf der Fortschreibung des Regionalplans einstimmig zu.
Bücherei: Die Katholische öffentliche Bücherei wird von der Gemeinde finanziell unterstützt. Aus dem Jahresbericht ging hervor, dass die Bücherei hinsichtlich Buchbestand, Nutzer und Interesse an Veranstaltungen auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken kann. Die Verleihung des Goldenen Siegels des Sankt Michaelsbundes zum zweiten Mal in Folge bestätigt die hervorragende Arbeit der engagierten Helferinnen und Helfer. Andreas Neder meinte: „Das Angebot der Bücherei ist super und auch jedem Erwachsenen zu empfehlen.“
Spende: Die Gemeinde erhält von Naturstrom jährlich ein Windstromgeld für soziale Zwecke. Heuer hat das mit der Verteilung beauftragte Gremium festgelegt, dass die 4393,85 Euro an die Jugendgruppe der Rot-Kreuz-Bereitschaft gehen.
Neu: Der 2. Bürgermeister informierte, dass mit Unterstützung von „Frankens Saalestück“ ein neuer Folder „Ramsthaler Wanderlust“ mit dem Wanderwegenetz aufgelegt wurde.
Verkehrssicherheit: Roland Kühnlein brachte noch einmal den vorgesehenen Spiegel an der Ausfahrt Schäffthal zur Sprache. Er stellte die getroffene Aussage von Bayernwerk hinsichtlich Anbringung und Größe in Frage, weil er an anderen Standorten vergleichbare gewünschte Lösungen gesehen habe. In der nächsten Sitzung soll das Thema noch einmal aufgegriffen werden.